Begriff

Idiolekt

Idiolekt bezeichnet den Sprachbesitz und das Sprachverhalten eines einzelnen Menschen. Der Duden nennt dazu Wortschatz und Ausdrucksweise eines Individuums; gemeint sind etwa bevorzugte Wörter, wiederkehrende Wendungen und typische Satzbildungen. Das Wort ist aus dem Englischen übernommen, wo idiolect nach dem Vorbild von dialect gebildet wurde.

Die Sprachwissenschaft ordnet sprachliche Varietäten nach regionalen, sozialen und situativen Zusammenhängen. Ein Dialekt ist regional geprägt, ein Soziolekt an eine soziale Gruppe gebunden. Der Idiolekt liegt auf der Ebene der einzelnen Person: Zwei Menschen derselben Herkunft und desselben Umfelds können sich in Wortwahl und Ausdruck deutlich unterscheiden. Ein Wechsel des Sprachregisters, etwa vom vertrauten ins förmliche Sprechen, verändert die Ausdrucksweise je nach Situation; persönliche Eigenheiten können dabei in beiden Registern erkennbar bleiben.

Der Begriff richtet sich vor allem auf Wortwahl und Formulierung. Die Aussprache steht beim Begriff Akzent im Mittelpunkt; die gewohnte Erscheinungsweise von Stimme und Sprechweise eines Menschen wird im Zusammenhang mit dem Sprechausdruck als Sprechphysiognomie bezeichnet. In einem fiktiven Beispiel beendet eine Figur ihre Sätze häufig mit einer Gegenfrage, während eine andere Sachverhalte in knappen Feststellungen zusammenfasst, obwohl beide dieselbe Standardsprache sprechen. Solche Eigenheiten liegen im Wortlaut des Textes und bestehen unabhängig davon, wer die Rolle spricht.

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