Begriff

Theater im Theater

Theater im Theater, auch Theater auf dem Theater genannt, bezeichnet eine Aufführung, die innerhalb der Handlung eines Dramas stattfindet. Figuren spielen dabei für andere Figuren, die zu Zuschauenden werden. Nach einem Eintrag von Martin Huber und Elisabeth Böhm im Literaturportal LiGo entsteht so innerhalb der primären Fiktionsebene eine zweite; das reale Publikum verfolgt beide zugleich.

Die eingebettete Vorstellung kann die äußere Handlung deuten, kommentieren oder beeinflussen und sie mitunter als Inszenierung entlarven. Ein bekanntes Beispiel steht in Shakespeares „Hamlet“: Schauspieler führen vor dem Hof ein Stück auf, das den Mord an Hamlets Vater nachstellt; Hamlet und Ophelia kommentieren es, und die Vorstellung bricht ab, als der König aufsteht. In der deutschen Romantik griff Ludwig Tieck das Verfahren in „Der gestiefelte Kater“ auf. Die Reaktionen der zuschauenden Figuren gehören jeweils zur äußeren Handlung.

Theater im Theater lenkt die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis von Darstellung und Wirklichkeit, durchbricht aber nicht zwangsläufig die vierte Wand zum realen Zuschauerraum. Beim Beiseitesprechen oder in einem Prolog kann sich eine Figur an das Publikum wenden, ohne dass eine eingebettete Vorstellung entsteht. Auch Brechts Verfremdungseffekt ist ein eigenes Verfahren, selbst wenn eine eingebettete Vorstellung verfremdend wirken kann. Nicht jede Bemerkung einer Figur über das Theater ist schon Theater im Theater: Im engeren Sinn gehört eine als Spiel erkennbare Handlung innerhalb des Stücks dazu.

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