Begriff
Farbkorrektur (Color Grading)
Farbkorrektur bezeichnet beim Film die nachträgliche Bearbeitung von Helligkeit und Farbe des aufgenommenen Bildmaterials. Gebräuchlich ist auch die englische Bezeichnung Color Grading. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nennt als englische Entsprechungen color correction, color timing und color matching; den Ausdruck grading führt es bei der Lichtbestimmung, dem älteren Verfahren im Kopierwerk.
Ein Zweck ist die Angleichung. Einstellungen derselben Szene entstehen oft mit unterschiedlicher Belichtung oder unter wechselnden Bedingungen. Nach dem Kieler Lexikon werden solche Helligkeits- und Farbabweichungen nachträglich ausgeglichen, damit ein harmonisches Ganzes entsteht. Darüber hinaus lässt sich die Farbe gezielt verändern, um eine bestimmte Bildwirkung zu erreichen. Bei digitaler Bearbeitung geschieht das am Computer; die Korrektur kann dabei auf festgelegte Teilbereiche des Bildes beschränkt werden. Die Arbeit übernehmen spezialisierte Coloristinnen und Coloristen. In einem fiktiven Beispiel werden zwei an verschiedenen Tagen gedrehte Nahaufnahmen eines Gesprächs farblich angeglichen, damit der Wechsel zwischen Schuss und Gegenschuss nicht auffällt.
Die Farbkorrektur ist ein Arbeitsschritt der Postproduktion, nicht die gesamte Phase nach dem Dreh. Von der Beleuchtung unterscheidet sich die Farbkorrektur dadurch, dass sie nicht das Licht am Drehort gestaltet, sondern das bereits aufgenommene Bild bearbeitet. Visuelle Effekte bilden einen eigenen Arbeitsbereich: Sie fügen Aufnahmen zusammen oder ergänzen am Rechner erzeugte Bilder, während die Farbkorrektur vorhandene Bildwerte verändert.

