Begriff

Szenenvorspiel

Ein Szenenvorspiel ist an Schauspielhochschulen die Präsentation im Unterricht erarbeiteter Szenen, die als Leistungsnachweis oder Prüfung bewertet werden kann. Gezeigt werden meist Ausschnitte aus Rollen der Theaterliteratur. Der Begriff stammt vor allem aus Studien- und Prüfungsordnungen; andere Ausbildungsstätten sprechen allgemeiner vom Vorspiel einer Szene oder eines Monologs.

An der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ ist das Szenenvorspiel nach den Modulbeschreibungen von 2019 die Prüfungsform mehrerer Semestermodule. Innerhalb eines Semesters finden zwei Szenenvorspiele statt; das zweite wird als Prüfung gewertet, angegeben ist eine Dauer von 20 Minuten. Werden dabei Leistungen aus mehreren der Fächergruppen Sprechen, Bewegung und darstellendes Spiel geprüft, ist nach der Studien- und Prüfungsordnung von 2017 für jede Fächergruppe eine prüfungsberechtigte Person zu bestellen; das Szenenvorspiel nennt die Ordnung dafür als Beispiel. Die Fachprüfungs- und Studienordnung der Hochschule für Musik und Theater München vom 23. April 2024 sieht in ihren Schauspielprüfungen ebenfalls das Vorspiel einer Szene oder eines Monologs vor.

Szenenvorspiele finden innerhalb der Ausbildung statt; die Berliner Modulbeschreibungen nennen als späteren Lernschritt den Übergang „vom Vorspiel zur öffentlichen Vorstellung“. Vom Szenenstudium, der Unterrichtsform, in der Szenen erarbeitet werden, unterscheidet sich das Szenenvorspiel als deren Präsentation. Ein Absolventenvorsprechen zeigt dagegen einen Abschlussjahrgang vor Fachpublikum aus Theatern, eine Aufnahmeprüfung entscheidet über die Zulassung zum Studium. Um die Besetzung einer Rolle geht es bei keinem dieser Formate.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.