Begriff

Somatik

Somatik, englisch Somatics, ist ein Oberbegriff für Körper- und Bewegungspraktiken, die vom eigenen, von innen wahrgenommenen Körper ausgehen. Der Ausdruck geht auf den amerikanischen Philosophen Thomas Hanna zurück, der ihn in den 1970er-Jahren für solche Ansätze prägte. Hanna bestimmte die Somatik als Feld, das sich mit dem Soma befasst: dem Körper, wie er von innen in der Wahrnehmung der ersten Person erfahren wird.

Nach einer Übersicht in der Fachzeitschrift „Revista Estud(i)os de Dança“ (2024) nennt Don Hanlon Johnson als prägende Figuren der somatischen Praxis Frederick Matthias Alexander, Moshé Feldenkrais, Gerda Alexander und Irmgard Bartenieff. Auf sie gehen die Alexander-Technik, die Feldenkrais-Methode und die Eutonie zurück; Bartenieff entwickelte die Laban-Bewegungsanalyse weiter. Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Aufmerksamkeit für Wahrnehmung, Haltung und Bewegungsgewohnheiten. In Begründern, Begriffen und Unterrichtsformen unterscheiden sie sich deutlich; Somatik ist deshalb keine eigene Methode, sondern eine Sammelbezeichnung.

In der Schauspielausbildung erscheint Somatik auch als eigenes Unterrichtsfach. Die Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ beschreibt es in ihren Modulbeschreibungen von 2019 als „funktionale und strukturelle Arbeit an der Körperhaltung“, in höheren Semestern als Verbesserung der Qualität von Haltung, Stimmsitz und Beweglichkeit. Vom Körpertheater ist der Begriff zu unterscheiden: Dieses bezeichnet Aufführungsformen, Somatik eine Praxis der Körperwahrnehmung. Aussagen über gesundheitliche Wirkungen gehören nicht zu dieser Begriffsbestimmung.

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