Begriff
Mikrofonsprechen
Mikrofonsprechen bezeichnet das Sprechen für eine Aufnahme oder Übertragung mit dem Mikrofon und die Anpassung der sprecherischen Mittel an diese Situation. In der Schauspielausbildung ist es ein eigener Unterrichtsinhalt. Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater beschreibt das Sprechen am Mikrofon in ihren Modulbeschreibungen (Stand September 2012) als bewusstes Erfahren und Einsetzen der sprecherischen Gestaltungsmittel und ihrer „medienspezifischen Differenzierung am Beispiel medientypischer Textformen“. Als Ziel nennt sie einen souveränen Umgang mit Mikrofon und Studiosituation.
Andere Lehrpläne setzen ähnliche Schwerpunkte. Das Münchner Modulhandbuch von 2015 nennt den Gebrauch von Sprache und Imagination vor dem Mikrofon und Übungen zum Sprechhandeln vor dem Mikrofon. An der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ gehören Übungen am Mikrofon zum Modul Diktion. Das Ausbildungskonzept des Bachelorstudiengangs Theater der Zürcher Hochschule der Künste von 2009 zählt „Voice-over und Mikrofonsprechen“ zu den Fähigkeiten der Absolventinnen und Absolventen. Auch die Sprechwissenschaft verwendet den Ausdruck, etwa in Lehrveranstaltungen über das Sprechen mit Mikrofonen auf der Bühne und in den Medien.
Voice-over-Arbeiten, Synchronisation, Hörspiel und Hörbuch sind Formate und Berufsfelder, in denen am Mikrofon gesprochen wird; Mikrofonsprechen benennt die übergreifende sprecherische Fertigkeit. Synchronsprecher*innen verbinden sie zusätzlich mit der Abstimmung auf ein vorhandenes Bild. Technische Eigenschaften eines Mikrofons, etwa eines Kondensatormikrofons, gehören zur Tontechnik und sind von der sprecherischen Gestaltung zu unterscheiden.

