Begriff

Diktion (Schauspielausbildung)

Diktion ist an einigen deutschen Schauspielhochschulen der Name eines Unterrichtsfachs, in dem literarische Texte, vor allem Lyrik und Verse, analysiert und sprecherisch gestaltet werden. Allgemeinsprachlich bedeutet das aus dem Lateinischen stammende Wort nach dem Duden die „mündliche oder schriftliche Ausdrucksweise“, also den Rede- oder Schreibstil. Als Fachbezeichnung benennt es dagegen ein Lehrgebiet innerhalb des Sprechunterrichts.

Die Hochschule für Musik und Theater Rostock führt Diktion im Modul Stimme ihres Intensivstudiengangs Schauspiel. Die Studierenden sollen dort künstlerische Texte mit dem Ziel einer Sprechinterpretation analysieren: Sie ordnen einen Text historisch, nach Literaturepoche und Biografie des Autors ein, untersuchen seine Form und entwickeln daraus eine Sprechsituation. An der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ ist Diktion nach den Modulbeschreibungen von 2019 ein eigenes Modul über vier Semester. Es reicht von den Grundlagen, dem Erkennen und Sprechen von Rhythmus, Metrik, Symbolen und Metaphern, bis zu Verssprache und lyrischen Auftritten mit Übungen am Mikrofon, eigenständigen Programmen und öffentlichen Auftritten. Als Prüfung sind ein Referat oder ein lyrischer Auftritt vorgesehen.

Diktion bezeichnet damit kein eigenes Verfahren; welchen Inhalt das Fach hat, legt die jeweilige Hochschule fest. Inhaltlich überschneidet es sich mit der Sprechkunst, dem künstlerischen Sprechen von Texten, und mit dem Verssprechen, der sprecherischen Umsetzung gebundener Sprache. Diese Begriffe benennen Tätigkeiten; Diktion benennt an den genannten Hochschulen einen Ort im Lehrplan. Das umfassendere Lehrfach des Sprechens ist die Sprecherziehung.

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