Begriff
Butoh
Butoh, auch Butō geschrieben, bezeichnet eine in Japan entstandene Tanz- und Aufführungsform der Avantgarde. International verbreitet hat sie sich unter dem Namen Ankoku Butoh, übersetzt etwa „Tanz der Dunkelheit“. Als ihre Begründer gelten Tatsumi Hijikata und Kazuo Ōno.
Nach einem Forschungsbeitrag der Keio-Universität in Tokio wird als Ausgangspunkt meist das kurze Stück „Kinjiki“ (Verbotene Farben) von 1959 genannt, das Hijikata schuf und in dem er selbst auftrat; den Titel entlehnte er einem Roman von Yukio Mishima. In einer überarbeiteten Fassung im September desselben Jahres übernahm Kazuo Ōno eine Rolle. 1961 erhielt die Richtung den Namen Ankoku Buyo, 1965 den Namen Ankoku Butoh. Später führte Hijikata Regie bei Ōnos Solo „Admiring La Argentina“ von 1977.
Der Keio-Beitrag stellt Butoh der Anmut des Balletts gegenüber und beschreibt seinen Ausdruck als auf den ersten Blick oft grotesk und morbide. Weiß bemalte Körper und kahl geschorene Köpfe, wie sie die Kompanie Sankai Juku um Ushio Amagatsu zeigt, sind eine bekannte Erscheinungsform, aber kein Merkmal jeder Butoh-Aufführung. Das Tanztheater bezeichnet dagegen vor allem die in Deutschland mit Kurt Jooss und Pina Bausch verbundene Entwicklung. Mit Körpertheater und Physical Theatre teilt Butoh das Gewicht des Körpers, bleibt aber eine eigene Tanztradition.

