Begriff
Tanztheater
Tanztheater bezeichnet eine Form des Bühnentanzes, die Ausdrucksmittel von Tanz und Theater verbindet. Neben der Bewegung können Alltagshandlungen, Sprache, Bühnenbild und szenische Situationen Bedeutung tragen. Stücke werden häufig aus einzelnen Szenen und Bildern montiert, statt einer durchgehenden Handlung zu folgen, und lösen sich von der Bewegungssprache des klassischen Balletts.
Kurt Jooss, ein Schüler Rudolf von Labans, wurde zu einer zentralen Figur des deutschen Tanztheaters. Bei Jooss an der Folkwangschule in Essen begann Pina Bausch (1940–2009) ihre Tanzausbildung. Als sie zur Spielzeit 1973/74 an die Wuppertaler Bühnen kam und das dortige Ballett übernahm, benannte sie das Ensemble in Tanztheater Wuppertal um. Nach Darstellung der Pina Bausch Foundation stellte sie ihren Tänzerinnen und Tänzern bei der Entwicklung eines Stücks Hunderte Fragen und fügte das Material zu frei collagierten Stücken zusammen; mit ihr setzte sich das Tanztheater als eigene Gattung durch.
Körpertheater und Physical Theatre bezeichnen Spielweisen, in denen körperliches Spiel ein wesentliches Mittel des Erzählens ist; Tanz ist dort eines von mehreren möglichen Mitteln. Tanztheater geht dagegen vom Tanz aus und ist vor allem mit Choreografinnen, Choreografen und ihren Kompanien verbunden. Die Pantomime bezeichnet gezielt die wortlose Darstellung. Butoh ist eine eigene, in Japan entstandene Tanztradition.

