Begriff

Lax Vox

Lax Vox, auch LaxVox geschrieben, bezeichnet eine Stimmübung, bei der durch einen Silikonschlauch phoniert wird, dessen anderes Ende in Wasser getaucht ist. Die ausströmende Luft trifft dabei auf den Widerstand des Wassers. Entwickelt hat das Verfahren die Stimmtherapeutin Marketta Sihvo; ein Kongressposter von ihr und Kolleginnen aus der phoniatrischen Abteilung des Universitätskrankenhauses im finnischen Tampere beschreibt es als schlauchgestütztes Therapieverfahren, das an dieser Klinik entstanden ist.

Fachlich gehört Lax Vox zu den Übungen mit teilweise verschlossenem Vokaltrakt, englisch semi-occluded vocal tract exercises (SOVTE). Die S2k-Leitlinie zu Störungen der Stimmfunktion (Stand Dezember 2022) beschreibt sie als Übungen mit einer bewussten, teilweisen Verengung des Ansatzrohres oberhalb der Stimmlippen; zu den bekanntesten Formen zählt sie Trills sowie die Phonation in Schlauch oder Strohhalm, auch mit Widerstand gegen Wasser. Die Phonation in ein Rohr unter Wasser untersuchte nach einer brasilianischen Fachveröffentlichung bereits in den 1960er-Jahren der finnische Professor Antti Sovijärvi an der Universität Helsinki, damals mit einem Glasrohr.

Eine elektroglottografische Studie von 2014 ordnet Lax Vox zusammen mit Übungen, bei denen Lippen oder Zunge flattern, den fluktuierenden Übungen zu, bei denen im Vokaltrakt eine zweite Schwingungsquelle hinzukommt; Strohhalm und Summen zählen dort zu den gleichbleibenden Formen. Vom Lippenflattern unterscheidet sich Lax Vox durch das Hilfsmittel: Der Widerstand entsteht im Wasser, nicht an den Lippen. Verwendet wird die Übung in der Stimmtherapie; Studien untersuchen sie auch bei Singenden. Über die Wirkung im Einzelfall sagt der Begriff nichts aus.

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