Begriff

MacGuffin

Ein MacGuffin ist in der Filmdramaturgie ein Gegenstand oder Ziel, das die Handlung in Gang setzt und für die Figuren höchste Bedeutung hat, für die Erzählung selbst aber weitgehend gleichgültig bleibt. Meist ist es ein Objekt, manchmal eine geheime Botschaft. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel begründet der MacGuffin die Motivation des Helden und gibt ihm ein ausdrückliches Ziel. Neben der Hauptform kommt auch die Schreibweise McGuffin vor.

Der Begriff ist mit Alfred Hitchcock verbunden. Ein früher Beleg ist ein Vortrag, den er 1939 an der Columbia University in New York hielt. In seinen Gesprächen mit François Truffaut, die 1967 auf Englisch als Buch erschienen, erklärte er das Wort mit einer Anekdote: Ein Reisender behauptet, sein Paket sei ein Gerät zum Fangen von Löwen in den schottischen Highlands. Auf den Einwand, dort gebe es keine Löwen, antwortet er, dann sei es eben kein MacGuffin. Es kommt also nicht darauf an, was der Gegenstand ist. Als seinen besten MacGuffin bezeichnete Hitchcock dort die Regierungsgeheimnisse in „Der unsichtbare Dritte“. Nach dem Biografen Donald Spoto prägte der englische Drehbuchautor Angus MacPhail das Wort, und Hitchcock übernahm es.

Von Tschechows Gewehr unterscheidet sich der MacGuffin in seiner Funktion. Dort soll ein auffällig eingeführtes Element später eine Wirkung entfalten. Beim MacGuffin ist dagegen gleichgültig, was er eigentlich ist; entscheidend ist, dass die Figuren ihn begehren oder fürchten. In einem fiktiven Beispiel jagen mehrere Parteien einem Koffer nach, dessen Inhalt nie gezeigt wird. Der Koffer löst Verfolgungen und Begegnungen aus, erzählt wird aber von den Menschen, die ihn suchen.

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