Begriff
Antiheld
Ein Antiheld ist eine zentrale Figur eines Dramas, Romans oder Films, der wesentliche Eigenschaften eines klassischen Helden fehlen. Der Duden bestimmt ihn als inaktive, negative oder passive männliche Hauptfigur. Die weibliche Form lautet Antiheldin.
Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel erklärt den Begriff über den Gegensatz zum Helden. Ein Held ist dort ein positiv besetzter Protagonist mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten und Tugenden. Auch der Antiheld steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Ihm fehlen aber die Macht über die Situation, die besonderen moralischen Qualitäten und Fähigkeiten des Helden, manchmal sogar die Tatkraft. Häufig verbindet er nach demselben Lexikon tragische und komische Züge. Als Beispiel nennt es den Fleischergesellen Marty aus Delbert Manns gleichnamigem Film von 1955.
Antiheld beschreibt damit die Ausgestaltung einer Hauptfigur, nicht ihre Funktion in der Handlung. Protagonist ist der neutralere Ausdruck für eine zentrale Figur, gleich ob sie heldenhaft angelegt ist oder nicht. Ein Antagonist ist der Gegenspieler einer zentralen Figur; ein Antiheld kann selbst Protagonist sein und einen eigenen Gegenspieler haben. In einem fiktiven Beispiel folgt ein Film einem erfolglosen Vertreter, der sich vor jeder Entscheidung drückt und dennoch die Geschichte trägt. Die Heldenreise beschreibt dagegen keinen Figurentyp, sondern eine typische Abfolge von Stationen auf dem Weg einer Hauptfigur.

