Begriff

Synchronisation (Film)

Synchronisation bezeichnet beim Film im weiten Sinn alle Maßnahmen, mit denen Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden, etwa mit Hilfe der Filmklappe. Im engeren und gebräuchlicheren Sinn meint sie die Übertragung eines Films oder einer Serie in eine andere Sprache, bei der die Dialoge neu aufgenommen werden. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel wird dabei nur der Sprechteil neu angelegt. Das Ergebnis heißt Synchronfassung, der englische Ausdruck lautet Dubbing.

Eine Synchronproduktion verbindet mehrere Arbeitsschritte. Nach einer Bachelorarbeit der Hochschule der Medien Stuttgart von 2018 erhält das Synchronstudio den Film, die Originaltexte und eine Tonmischung ohne Dialoge, den sogenannten IT-Ton. Auf eine Rohübersetzung folgt das Dialogbuch; parallel werden die Rollen besetzt. Im Studio sprechen Synchronschauspielerinnen und Synchronschauspieler den Text unter Anleitung der Synchronregie in kurzen Abschnitten, den Takes. Danach werden die Aufnahmen bildgenau geschnitten und mit Musik und Geräuschen zur fertigen Sprachfassung gemischt.

Die Übertragung kann Bedeutungen verschieben. Das Kieler Lexikon nennt Beispiele, in denen deutsche Fassungen Inhalte aus politischen oder moralischen Gründen verändert haben. Der Synchronverband – Die Gilde beschreibt Synchronisation in seinem Kodex als künstlerischen Prozess. Andere Formen der Sprachübertragung sind die Untertitelung der Originalfassung und das Übersprechen, bei dem eine übersetzende Stimme über dem weiterhin hörbaren Original liegt. Von der Nachsynchronisation unterscheidet sich die Synchronisation dadurch, dass eine neue Sprachfassung entsteht; bei der Nachsynchronisation werden Dialoge in der Sprache der Produktion ersetzt oder ergänzt.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.