Begriff
Mehrspartentheater
Ein Mehrspartentheater ist ein Theater, das Produktionen in mehreren Sparten der darstellenden Kunst unter einem Dach zeigt. Als Sparten nennt der Deutsche Bühnenverein Schauspiel, Musiktheater mit Oper, Operette und Musical, Tanz sowie Theater für junges Publikum; an einigen Häusern kommen Puppentheater und Bürgerbühnen hinzu. Ein Haus mit Schauspiel, Musiktheater und Tanz heißt häufig Dreispartentheater.
Kennzeichnend ist, dass die Sparten eigene künstlerische Strukturen haben, vor allem eigene Ensembles. Eine Antwort der Landesregierung Baden-Württemberg an den Landtag von 2008 nennt das Dreispartentheater mit jeweils eigenen Ensembles in Oper, Schauspiel und Tanz vor allem für Stadttheater typisch. Dieselbe Antwort beschreibt auch Mischformen: Die Ballettsparten in Heidelberg und Freiburg deckten ihr Tanzprogramm seit der Spielzeit 2004/05 mit einem gemeinsamen Ensemble ab, in Heilbronn waren Musiktheater und Ballett durch regelmäßige Gastspiele anderer Theater im Spielplan vertreten. Der Bühnenverein weist außerdem darauf hin, dass spartenübergreifende Projekte die Trennung aus künstlerischen Gründen immer wieder aufheben.
Die Bezeichnung beschreibt das Angebot eines Hauses, nicht seine Trägerschaft. Ein Stadttheater kann ein Mehrspartentheater sein, muss es aber nicht; ein reines Schauspielhaus führt nur eine Sparte. Die Theaterstatistik des Bühnenvereins unterscheidet die öffentlichen Theater nach eigener Angabe nicht nach Sparten. Für die Gesamtleitung eines solchen Hauses ist die Bezeichnung Generalintendanz gebräuchlich.

