Begriff

Sprechkunst

Sprechkunst bezeichnet das bewusst gestaltete künstlerische Sprechen von Texten vor Zuhörenden, etwa als Rezitation von Lyrik und Prosa, als Lesung oder im Hörbuch. Gleichbedeutend wird Vortragskunst gebraucht. In der Sprechwissenschaft ist Sprechkunst außerdem eine Teildisziplin neben Phonetik, Rhetorik, Sprechbildung und klinischer Sprechwissenschaft; sie untersucht und lehrt solche Vorgänge.

Der Duden fasst das Wort weiter und nennt die „Kunst der Rhetorik, der Rezitation und Deklamation“. In der sprechwissenschaftlichen Einteilung stehen künstlerische Textgestaltung und Rhetorik dagegen nebeneinander. Rezitation bedeutet nach dem Duden den „künstlerischen Vortrag einer Dichtung“; Deklamation kann ebenfalls einen kunstgerechten Vortrag meinen, wird aber auch abwertend für eine pathetische Äußerung verwendet. In der Schauspielausbildung gehört die Sprechinterpretation literarischer Texte zum Sprechunterricht. Die Hochschule für Musik und Theater Rostock nennt etwa die künstlerische Arbeit an Kurzprosa, Ballade, Ode, Hymne und Sonett.

Eine szenische Lesung ist ein bestimmtes Darstellungsformat; Sprechkunst bezeichnet die künstlerische Sprechleistung, die in vielen Formaten vorkommt. Das Verssprechen betrifft Texte in gebundener Sprache und kann Teil sprechkünstlerischer Arbeit sein. Die Sprecherziehung ist das umfassendere Lehrfach, zu dem die Sprechkunst als Teilgebiet gehört.

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