Begriff
Linklater-Stimmarbeit
Linklater-Stimmarbeit bezeichnet die von der schottischen Stimmlehrerin und Schauspielerin Kristin Linklater (1936–2020) entwickelte Methode des Stimmtrainings. Sie ist als Abfolge von Übungen angelegt, die Linklater 1976 in ihrem ersten Buch „Freeing the Natural Voice“ darlegte und 2006 in überarbeiteter Fassung veröffentlichte. Im Englischen wird sie auch Linklater Voice Progression genannt.
Nach Darstellung des New Yorker Linklater Center for Voice and Language soll die Arbeit gewohnheitsmäßige Spannungen lösen, die den Ausdruck hemmen, und die Verbindung von Stimme, Körper und Vorstellung stärken. Die Abfolge führt von der Körperwahrnehmung und dem Lösen der Atemmuskulatur über die ersten Klangschwingungen und ihre Resonanz, das Lösen von Kiefer, Zunge und Rachen und den Ausbau des Stimmumfangs bis zur Artikulation und zur Verbindung mit dem Text. Bilder und Vorstellungen haben dabei großes Gewicht; zugleich betont der Ansatz die Struktur von Texten. Linklater wurde an der London Academy of Music and Dramatic Art ausgebildet, wo Iris Warren ihre Stimmlehrerin war, und wurde später in New York unter anderem von der Alexander-Technik beeinflusst.
Lehrkräfte können ein eigenes Anerkennungsverfahren durchlaufen, die sogenannte Designation; die erste deutsche Lehrendenausbildung mit Designation fand nach Angaben des Centers 2003 statt. Auf Deutsch ist von Linklater unter anderem „Meisterwerk Stimme“ im Ernst Reinhardt Verlag erschienen. Die Linklater-Stimmarbeit ist eine bestimmte Lehrweise innerhalb der Stimmbildung, nicht deren Oberbegriff. Mit der Alexander-Technik teilt sie die Aufmerksamkeit für gewohnte Spannungen, bleibt aber eine Methode der Stimm- und Textarbeit.

