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Drei Einheiten

Die drei Einheiten sind eine Regel der Dramenkonstruktion, nach der ein Stück die Einheit der Handlung, des Ortes und der Zeit wahren soll: eine Haupthandlung ohne Nebenhandlungen, keine Ortswechsel und keine großen Zeitsprünge. Sie werden oft aristotelische Einheiten genannt, gehen in dieser Form aber nicht auf Aristoteles zurück.

Aristoteles verlangt in seiner Poetik eine einzige, ganze Handlung, deren Teile so zusammenhängen, dass das Ganze gestört würde, wenn man einen von ihnen verschöbe oder entfernte. Zur Zeit bemerkt er nur, die Tragödie versuche, sich möglichst auf einen Sonnenumlauf zu beschränken. Eine Einheit des Ortes fordert er nicht. Als feste Dreiheit wurden die Einheiten erst in der Renaissance formuliert, maßgeblich in Lodovico Castelvetros kommentierter Übersetzung der Poetik von 1570. Die französische Klassik legte sie besonders streng aus.

Gotthold Ephraim Lessing hielt in der „Hamburgischen Dramaturgie“ 1767 dagegen, die Einheit der Handlung sei das erste dramatische Gesetz der Alten gewesen, Zeit und Ort seien nur Folgen daraus. Die Franzosen hätten die beiden anderen Einheiten dagegen als eigenständige Erfordernisse behandelt. Gustav Freytag zählte den Streit um die drei Einheiten später zu den Fragen von nur noch literarhistorischem Interesse. In der Unterscheidung von Volker Klotz gehören die Einheiten zur geschlossenen Form des Dramas, während die offene Form auf sie verzichtet.

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