Begriff
Deus ex Machina
Deus ex Machina bezeichnet eine unvermittelt von außen eintretende Lösung eines Konflikts, die sich nicht aus dem bisherigen Verlauf der Handlung ergibt. Der lateinische Ausdruck bedeutet „der Gott aus der Maschine“. Er geht auf das antike Theater zurück: Mit einer kranartigen Bühnenmaschine, griechisch mechane, ließ man dort eine Gottheit von oben herabschweben. In einigen griechischen Tragödien löste ihr Machtspruch kurz vor dem Ende eine ausweglose Verwicklung.
Schon Aristoteles wandte sich in seiner Poetik gegen diesen Kunstgriff, soweit er die Handlung selbst betrifft. Die Lösung müsse wie die Verwicklung aus dem Geschehen hervorgehen und dürfe nicht durch die Maschine herbeigeführt werden, wie in der „Medea“. Gelten ließ er ihn für Ereignisse außerhalb des Dramas, etwa für Vorgeschichte oder Weissagung. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel bezeichnet der Ausdruck heute jede Lösung durch plötzlich und unmotiviert eintretende Ereignisse, Personen oder äußere Mächte, im Drama wie im Alltag.
Solche Schlüsse werden heute meist vermieden, weil sie unglaubhaft wirken. Sie können aber auch den Spielcharakter einer Aufführung betonen; das Kieler Lexikon nennt als Beispiel den unvermittelten Auftritt Königin Elisabeths am Ende des Films „Shakespeare in Love“. Von der Peripetie unterscheidet sich der Deus ex Machina durch seine Herkunft: Ein Umschlag der Handlung entsteht aus dem Zusammenhang der Ereignisse, der Deus ex Machina greift von außen ein. Der dramatische Konflikt wird so nicht aus den Handlungen der Figuren heraus gelöst.

