Begriff
Schnürboden
Der Schnürboden ist im Theater der Raum über der Bühne, an dem die Seile der Bühnenzüge befestigt sind. Mit diesen Zügen werden Kulissen und andere Teile des Bühnenbilds, aber auch Beleuchtung über der Spielfläche aufgehängt, herabgelassen und wieder hochgezogen.
Bauordnungsrechtlich ist von der Oberbühne die Rede. Die Muster-Versammlungsstättenverordnung (Fassung Juni 2005, zuletzt geändert im Juli 2014) bestimmt sie als den Teil des Bühnenraums über der Bühnenöffnung, der zur Unterbringung einer Obermaschinerie geeignet ist; den Schnürboden erwähnt sie ausdrücklich bei den Anforderungen an Großbühnen. Wie die Züge betrieben werden, unterscheidet sich je nach Haus. Das Stadttheater Ingolstadt verzeichnet für sein Großes Haus nach dem Stand vom November 2022 eine Oberbühne von 17 Metern, 16 Handkonterzüge und eine Punktzuganlage mit elektrischen Zügen.
Was von oben auf die Bühne herabgelassen wird, hängt an diesen Zügen. Der Schnürboden ist vom Bühnenbild zu unterscheiden, das die räumliche Gestaltung einer Inszenierung bezeichnet: Er stellt die technische Aufhängung bereit, nicht den Entwurf. Die Abfolge der Einsätze während einer Vorstellung koordiniert die Inspizienz. Der Raum unter dem Bühnenboden heißt dagegen Unterbühne; dort liegen Einrichtungen wie Hubpodien und Versenkungen.

