Begriff
Spolin-Theaterspiele
Spolin-Theaterspiele, englisch Theater Games, sind die von der Amerikanerin Viola Spolin entwickelten Spiele für Schauspielunterricht und Probe. Jedes Spiel beruht auf einem bestimmten Fokus oder technischen Problem, auf das die Spielenden ihre Aufmerksamkeit richten; in Darstellungen ihrer Arbeit heißt er auch Point of Concentration. Aus der Beschäftigung mit dieser Aufgabe entstehen Szenen, Figuren und Beziehungen, ohne vorher festgelegt zu sein.
Spolin, 1906 in Chicago geboren und 1994 in Los Angeles gestorben, ließ sich in den 1920er-Jahren an Neva Boyds Group Work School in Chicago zur Sozialarbeiterin ausbilden. Von 1939 bis 1941 leitete Spolin den Theaterbereich eines Freizeitprogramms der Works Progress Administration in Chicago, 1946 gründete sie in Hollywood die Young Actors Company. Ihre Übungen veröffentlichte sie 1963 im Buch „Improvisation for the Theater“, dessen dritte Ausgabe 1999 erschien. Von 1960 bis 1965 leitete sie die Workshops der Chicagoer Kompanie The Second City ihres Sohnes Paul Sills.
Zur Arbeit gehört das Side-Coaching: Die spielleitende Person greift mit kurzen Zurufen in das laufende Spiel ein, etwa um eine Bewegung anhalten zu lassen oder das Tempo zu verändern. Die Theaterspiele sind ein Übungs- und Probenverfahren und haben das Improvisationstheater als Aufführungsform mitgeprägt, sind aber nicht mit ihm gleichzusetzen. Keith Johnstones Theatersport steht für eine eigene Traditionslinie. Ein Spielangebot bezeichnet dagegen einen einzelnen Impuls innerhalb einer improvisierten Szene.

