Begriff

Substitution (Schauspieltechnik)

Substitution bezeichnet im Schauspiel das Verfahren, Umstände, Personen oder Ereignisse einer Rolle in der Vorstellung durch vergleichbare eigene Erfahrungen zu ersetzen. Darstellende stellen so einen persönlichen Bezug zu einer fiktiven Situation her. In einem fiktiven Beispiel verleiht eine Darstellerin dem Brief, den ihre Figur erhält, innerlich die Bedeutung einer selbst erlebten Nachricht. Der Ausdruck ist besonders mit der Schauspielerin und Lehrerin Uta Hagen verbunden.

Hagen empfahl die Substitution in ihrem Lehrbuch „Respect for Acting“ von 1973 als Mittel, die Handlungen der Figur zu gestalten. In ihrem späteren Buch „A Challenge for the Actor“ von 1991 nannte sie das Verfahren Transference. Das HB Studio in New York, an dem ihr Ansatz weiter unterrichtet wird, beschreibt Transference als Nutzung eigener sinnlicher und emotionaler Erfahrungen, um unter vorgestellten Umständen wahrhaftig zu reagieren, ohne das eigene Leben nachzustellen.

In Darstellungen des Method Acting wird Substitution ebenfalls zu dessen Mitteln gezählt. Lee Strasbergs Ansatz ist jedoch vor allem mit dem Sinnes- und dem affektiven Gedächtnis verbunden, also mit dem Erinnern von Wahrnehmungen und Gefühlen; die Substitution meint dagegen das Ersetzen eines Bezugspunkts der Rolle. Das magische Wenn fragt, wie man unter den Umständen der Figur handeln würde, ohne eigene Erlebnisse an deren Stelle zu setzen. Der Begriff beschreibt eine Arbeitsweise der Rollenarbeit; über ihre Wirkung im Einzelfall sagt er nichts aus.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.