Begriff

Cheaten (Cheat to camera)

Cheaten bezeichnet am Filmset die bewusste kleine Veränderung einer Position, Haltung oder Ausrichtung, damit eine Einstellung im Bild besser funktioniert. Der Ausdruck geht auf das englische „to cheat“ zurück, das „täuschen“ bedeutet. Die Anweisung „Cheat to camera“ meint, sich leicht zur Kamera auszurichten; ebenso kann eine Ausrichtung zu einem Gegenstand oder zu einer Spielpartnerin hin verlangt werden.

Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel beschreibt unter dem Stichwort Cheat Shot, dass Darstellende für ein besseres Bild oder zum Ausschluss eines unerwünschten Hintergrunds leicht versetzt werden. Auch der Abstand zwischen zwei Personen kann für eine nähere Einstellung verringert werden. Der Unterschied zur vorherigen Einstellung fällt meist nur bei genauem Hinsehen auf. In einem fiktiven Beispiel stehen zwei Figuren in einer weiten Einstellung mit Abstand voneinander; für die engere Einstellung rücken sie näher zusammen, damit beide im Bildausschnitt bleiben.

Blocking beschreibt die vereinbarten Positionen und Wege einer Szene, eine Spielmarke kennzeichnet einen Standort und die Eyeline die Blickrichtung. Cheaten bezeichnet dagegen die gezielte Anpassung solcher Vorgaben an die Kamera. Für Darstellende kann sich die veränderte Haltung ungewohnt anfühlen, obwohl sie im Bild nicht auffallen soll. Im Schnitt spricht man bei einem verwandten Kunstgriff, der räumliche Zusammenhänge unauffällig verändert, von einem Cheat Cut.

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