Begriff

Sprecherziehung

Sprecherziehung ist die praxisorientierte Seite der Sprechwissenschaft. Sie befasst sich mit dem Sprechen als mündlicher Kommunikation und vermittelt Fähigkeiten in Atmung, Stimmgebung und Aussprache, im Sprechen von Texten sowie in Rede und Gespräch. Die Sprechwissenschaft erforscht diese Vorgänge; die Sprecherziehung lehrt sie.

Zu ihren Teilgebieten zählen die Sprechbildung mit Stimm- und Artikulationsschulung, die Phonetik, die rhetorische Kommunikation und die Sprechkunst, also das künstlerische Sprechen von Texten. An Schauspielhochschulen ist Sprecherziehung ein eigenes Lehrfach. Modulbeschreibungen nennen etwa das bewusste Wahrnehmen von Atem, Stimme und Körperspannung, die Verbesserung der Aussprache und das Sprechen als Teil zielgerichteten Verhaltens. Die Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS) ist der wissenschaftliche Fachverband; an ihren Prüfstellen kann die Zusatzqualifikation Sprecherzieherin oder Sprecherzieher (DGSS) erworben werden.

Sprachtraining bezeichnet allgemeiner die gezielte Arbeit an der Sprechweise für Bühne, Kamera und Mikrofon, unabhängig vom institutionellen Rahmen. Die Stimmbildung ist innerhalb der Sprecherziehung ein Teilbereich, der die Stimmfunktion schult. Die Diagnose und Behandlung von Stimm- und Sprechstörungen gehören zu Medizin, Logopädie und klinischer Sprechwissenschaft; Sprecherziehung im Schauspielunterricht ist keine Therapie.

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