Begriff
Rollenstudium
Rollenstudium bezeichnet die eingehende Erarbeitung einer Rolle durch eine Schauspielerin oder einen Schauspieler. Gemeint sind die Auseinandersetzung mit Text und Figur und die Entwicklung der Darstellung bis zu einer wiederholbaren Spielweise. In der Schauspielausbildung heißt so auch der Unterricht, in dem Studierende methodisch an Rollen, häufig aus der Theaterliteratur, arbeiten.
Zum Rollenstudium gehören in der Regel die Analyse von Stück und Figur, die Klärung von Umständen, Zielen und Beziehungen sowie die Arbeit mit Sprache, Körper und Raum. Der Weg kann vom improvisierenden Annähern bis zur Festlegung von Spielvorgängen und Haltungen reichen. Je nach Ansatz steht stärker das innere Erleben oder das zeigende Darstellen im Vordergrund; eine einheitliche Abfolge gibt es nicht. Hochschulcurricula verwenden dafür auch Bezeichnungen wie Rollenunterricht, szenische Arbeit oder Szenenarbeit an Figur und Rolle in unterschiedlichen Theaterästhetiken.
Die Charakterstudie bezeichnet die Untersuchung einer Figur und kann Teil des Rollenstudiums sein. Der Probenprozess ist die gemeinsame Erarbeitung einer Inszenierung mit Regie und Ensemble; das individuelle Rollenstudium geht ihm voraus und begleitet ihn. Das Szenenstudium richtet den Blick auf eine einzelne Szene mit mehreren Beteiligten. Praktische Fragen der Vorbereitung behandelt der Beitrag Rollenvorbereitung für Schauspielende.

