Begriff
Partnerspiel
Partnerspiel bezeichnet im Schauspiel das szenische Spiel, das aus der wechselseitigen Beziehung zu einer Spielpartnerin oder einem Spielpartner entsteht. Wahrnehmen, Reagieren und Einwirken auf das Gegenüber stehen dabei im Mittelpunkt. Die eigenen Handlungsimpulse ergeben sich aus dem, was das Gegenüber tatsächlich zeigt und anbietet, nicht allein aus einem vorab festgelegten Ablauf.
In der Schauspielausbildung gehört das Partnerspiel zu den Grundlagen des szenischen Unterrichts. Modulbeschreibungen staatlicher Hochschulen nennen etwa den Partnerkontakt über Blick, Körper, Atem und Stimme, den Aufbau einer Partnerbeziehung von der Wahrnehmung bis zum Konflikt oder gerichtetes Sprechen „durch Direktheit im Partnerkontakt“. Das betrifft auch die Sprache: Ein Satz wird an das Gegenüber gerichtet und soll bei ihm etwas bewirken.
In einem fiktiven Beispiel bittet eine Figur ihren Bruder um Hilfe. Wendet er sich ab, verändert sich ihr nächster Versuch, und die Szene entwickelt sich aus dieser Reaktion weiter. Was die Figur dabei unternimmt, beschreibt die Spielhandlung; das Partnerspiel benennt das Wechselverhältnis, in dem solche Handlungen entstehen.
Partnerspiel ist ein methodenübergreifender Begriff. Die Meisner-Technik rückt die Wahrnehmung des Gegenübers besonders in den Mittelpunkt, ohne dass der Begriff an diesen Ansatz gebunden wäre. Ein Spielangebot bezeichnet im Improvisationstheater einen einzelnen Impuls, auf den das Gegenüber reagieren kann. Das Ensemble meint die reale Gruppe der Darstellenden, nicht die Beziehung innerhalb einer Szene.

