Begriff

Laban-Bewegungsanalyse

Die Laban-Bewegungsanalyse, englisch Laban Movement Analysis (LMA), ist ein System und eine Fachsprache zum Beobachten, Beschreiben und Dokumentieren menschlicher Bewegung. Sie geht auf den Tanz- und Bewegungstheoretiker Rudolf von Laban zurück und wurde unter anderem von Lisa Ullmann, Irmgard Bartenieff und Warren Lamb weiterentwickelt. Verwendet wird sie in Tanz, Bewegungsforschung und auch in der Schauspielausbildung.

Verbreitet ist eine Gliederung in die Kategorien Körper, Antrieb (Effort), Form (Shape) und Raum (Space). Der Antrieb beschreibt die Qualität einer Bewegung über die Faktoren Raum, Gewicht, Zeit und Fluss, jeweils zwischen zwei Polen, etwa leicht oder kraftvoll, plötzlich oder anhaltend. Aus Verbindungen von Raum, Gewicht und Zeit ergeben sich acht Grundaktionen wie Stoßen, Schweben, Gleiten oder Wringen. In einem fiktiven Beispiel kann eine Figur eine Tür mit einem plötzlichen, kraftvollen und direkten Stoß schließen oder sie anhaltend und leicht zugleiten lassen; die Analyse macht diesen Unterschied benennbar.

Von der Bewegungsanalyse ist Labans Tanzschrift zu unterscheiden. Diese Notation wurde 1928 erstmals veröffentlicht, ist als Kinetographie Laban oder Labanotation bekannt und hält Bewegungsabläufe in Zeichen fest. Die Analyse kann diese Schrift nutzen, ist aber ein eigenes System zur Beschreibung von Bewegungsqualitäten. Die Bewegungsqualitäten der Chekhov-Technik gehören dagegen zu einer anderen Schauspieltradition. Jean Newlove, in England Labans erste Assistentin, wurde später Bewegungslehrerin an Joan Littlewoods Theatre Workshop und schrieb das Lehrbuch „Laban for Actors and Dancers“.

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