Das XPOSED Queer Film Festival Berlin verbindet internationales queeres Kino mit experimentellen Formen und künstlerischen Begegnungen. Im Programm stehen Filme, die gesellschaftliche Normen, Bilder von Geschlecht und vertraute Erzählweisen hinterfragen. Das Festival beschränkt sich dabei weder auf ein Genre noch auf eine feste Vorstellung davon, wie queere Geschichten aussehen sollen.

Kino, Ausstellung und Begegnung

Bartholomew Sammut gründete XPOSED 2006. Die 20. Ausgabe fand vom 21. bis 31. Mai 2026 statt. Neben den Kinovorführungen gehörten unter dem Titel XPANDED eine Ausstellung und Performances zum Programm. Damit bewegte sich das Festival zwischen Kinosaal und anderen Präsentationsräumen. Gespräche und Begegnungen ergänzten die Filme und ermöglichten einen Austausch über ihre ästhetischen und politischen Entscheidungen.

Die Lolly Awards würdigen ausgewählte Arbeiten des Programms. 2026 erhielten How a River Is Born von Luma Flôres, Emergencies von Bart Seng Wen Long sowie Our Joyful Endings von Levon Babayan und La Fille Renne jeweils einen mit 250 Euro dotierten Jurypreis. Das Publikum zeichnete Thunder Bird aus. Diese Auswahl zeigt die internationale Ausrichtung des Festivals und die Bedeutung unterschiedlicher filmischer Perspektiven.

Förderung für neue Kurzfilme

Mit dem Queer Short Film Fund unterstützt XPOSED auch Projekte vor ihrer Fertigstellung. Die zwölfte Ausschreibung endete am 8. Mai 2026. Gesucht wurden dokumentarische, fiktionale, animierte oder experimentelle Projekte mit queerer Form oder queeren Inhalten. Vorgesehen waren höchstens zehn Minuten Filmlänge beziehungsweise 15 Drehbuchseiten.

Die Antragstellenden mussten in Deutschland leben, dort drehen können, die Rechte am Projekt halten und bereits mindestens einen Kurzfilm als Regie realisiert haben. Auch studentische Projekte waren zugelassen, sofern die Rechte bei den Filmschaffenden lagen. Die Bewerbung umfasste unter anderem Drehbuch, visuelles Konzept, Budget, Biografien und Links zu früheren Arbeiten; die Unterlagen waren auf Englisch in einer PDF einzureichen.

Fünf ausgewählte Projekte konnten sich am 30. Mai 2026 in einem öffentlichen Pitch im Aquarium vorstellen. Die Förderung verband 1.500 Euro mit Gutscheinen für Filmtechnik und Farbkorrektur sowie fünf Mentoringsitzungen mit Produzentin Paulina Lorenz. Der Fonds ist ein Verfahren zur Projektentwicklung. Seine Bedingungen gelten deshalb nicht automatisch für fertiggestellte Filme im Festivalprogramm.