Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur verbinden ein öffentliches Kurzfilmprogramm mit Angeboten für die Filmbranche. Das Festival findet in Winterthur in der Schweiz statt.

Die Anfänge in der Alten Kaserne

Die erste Ausgabe fand vom 14. bis 16. November 1997 statt. Rolf Heusser und Stefan Busz entwickelten die Initiative gemeinsam mit dem Filmfoyer und dem Kino Nische. In der Alten Kaserne wurden an drei Tagen zehn Programme gezeigt. Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum und aus Polen gehörten zur damaligen Auswahl.

Ursprünglich war die Veranstaltung als einmaliges Vorhaben gedacht. Das Interesse führte zu einer zweiten Ausgabe im folgenden Jahr und schließlich zu einer fortgesetzten Festivalgeschichte. Den organisatorischen Rahmen bildet heute der nicht gewinnorientierte Verein Internationale Kurzfilmtage Winterthur. Seine Arbeit reicht über die Festivaltage im November hinaus.

Filmhochschulen und berufliche Praxis

Der Schweizer Filmschulentag gibt den Filmhochschulen des Landes einen eigenen Platz im Festival. Ihre Arbeiten können öffentlich gesehen werden; zugleich entstehen Gelegenheiten für Austausch zwischen den Hochschulen und ihren Filmschaffenden. Der Preis für den besten Schweizer Schulfilm wird von derselben Jury vergeben, die den Schweizer Wettbewerb beurteilt.

Das Industry Lab richtet sich breiter an die Kurzfilmbranche. Diskussion, Information und beruflicher Austausch stehen hier im Mittelpunkt. Der Creators’ Room ergänzt diesen Ansatz durch eine stärkere Orientierung an der praktischen Herstellung von Filmen. Workshops, Masterclasses und Präsentationen beschäftigen sich mit Produktionsprozessen.

Eigene Jurys beurteilen die Filme des internationalen und des Schweizer Wettbewerbs. In der Sektion Sparks entscheidet eine Jugendjury. Beim Publikumspreis sind dagegen die Stimmen der Kinobesucher ausschlaggebend.

Ein Archiv für die weitere Arbeit mit Kurzfilm

Über die Festivaltage hinaus bietet das Kurzfilmarchiv Fachleuten einen geschützten Sichtungszugang. Es enthält eingereichte oder gezeigte Arbeiten und kann etwa die Beschäftigung mit Filmen für ein eigenes Programm unterstützen. Der Zugang ist passwortgeschützt und zeitlich begrenzt; er ist kein öffentlicher Streamingdienst.

Ebenso ist das Archiv kein Filmverleih. Eine mögliche Sichtung beantwortet nicht automatisch, wer über Vorführrechte verfügt oder zu welchen Bedingungen ein Film öffentlich gezeigt werden darf. Für eine öffentliche Vorführung müssen Veranstalter die Rechte gesondert mit den zuständigen Rechteinhabern klären.

Zur ganzjährigen Tätigkeit des Vereins gehört auch die Kurzfilmnacht-Tour durch die Schweiz. Hinzu kommen kuratierte Programme für andere Festivals, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Winterthur ist dadurch sowohl Austragungsort eines einzelnen Festivals als auch Ausgangspunkt weiterer Kurzfilmveranstaltungen.