GEGENkino ist ein internationales Filmfestival in Leipzig, das unabhängiges Kino, experimentelle Arbeiten und Filmgeschichte zusammenbringt. Seit 2014 entwickelt ein kollektiv arbeitendes Team Programme über ungewöhnliche filmische Formen und Perspektiven. Die zwölfte Ausgabe fand vom 10. bis 20. September 2026 statt. Zu den Spielstätten gehören das UT Connewitz, das Luru Kino in der Spinnerei und die Schaubühne Lindenfels.

Filme, Räume und Live-Musik

Das Festival betrachtet Kino auch als Zusammenspiel von Bildern, Klängen und dem Raum einer Aufführung. Neben Spiel- und Dokumentarfilmen stehen deshalb Performances, Installationen und Live-Vertonungen. Analoge Kopien auf 16 und 35 Millimetern gehören zur Programmpraxis. Filmgespräche, Vorträge und Diskussionen ergänzen die Vorführungen und verbinden künstlerische Arbeiten mit Fragen nach ihrer Entstehung und ihrem gesellschaftlichen Umfeld.

Diese Ausrichtung macht GEGENkino besonders für Menschen interessant, die sich mit Filmgestaltung, Klang, Montage oder visueller Kunst beschäftigen. Der Zugang führt über einzelne künstlerische Positionen und die Art ihrer Präsentation. Ein Film kann dabei als Kinovorführung, als Teil einer Retrospektive oder zusammen mit einer musikalischen Aufführung in einem anderen Zusammenhang erscheinen.

Das Programm der Ausgabe 2026

Im September 2026 standen unter anderem Arbeiten von Nurith Aviv, Ewelina Rosinska und Viktoria Schmid auf dem Programm. Hinzu kamen Filme aus dem Umfeld von sixpackfilm. Die Eröffnung bestritt „Death and Life of Madalena“ von Guto Parente. Am 11. September war eine Live-Vertonung von „Kosmische Reise“ durch FM Einheit angekündigt. Solche Verbindungen zwischen historischen Bildern und gegenwärtiger Musik gehören zum erweiterten Kinobegriff des Festivals.

Ein weiterer Programmpunkt verband „Eaten Alive in Uganda“ mit einem Live-Kommentar von VJ Emmy. Für „Auslandsreise“ war Regisseur Ted Fendt als Gast angekündigt. Neben den etablierten Partnerspielstätten war 2026 auch das Milieukino im Rabet beteiligt. Die verschiedenen Orte ermöglichen unterschiedliche Aufführungsformen innerhalb derselben Leipziger Veranstaltung.

Orientierung für den Festivalbesuch

Das Programmarchiv 2026 ordnet Filme, Gäste und Veranstaltungen den einzelnen Tagen zu. Für einen Besuch lohnt der Blick auf den konkreten Spielort und das jeweilige Format: Eine reguläre Filmvorführung, ein Filmkonzert und eine Installation haben unterschiedliche Abläufe. Die Festivalwebsite bündelt außerdem Ticketinformationen und frühere Ausgaben. Wer filmische Experimente kennenlernen möchte, findet dort einen direkten Zugang zu den kuratierten Reihen.