Beim Goldenen Spatz gehört das Urteil von Kindern zum Kern des Festivals. Die Veranstaltung in Gera und Erfurt widmet sich deutschsprachigen Kindermedien und verbindet Filmvorführungen mit einem Fachprogramm. Filme und Serien stehen dabei neben interaktiven Angeboten. Kinder sehen, diskutieren und bewerten Arbeiten, die für ihre Altersgruppe entstehen. Die Wettbewerbe richten sich an audiovisuelle Produktionen für Kinder bis zwölf Jahre.

Eine Geschichte mit zwei Standorten

Die erste Ausgabe fand 1979 in Gera als nationales Kinderfilmfestival der DDR statt. Schon damals gab es eine Kinderjury. Bis 1989 wurde das Festival im zweijährlichen Rhythmus veranstaltet. Nach der deutschen Wiedervereinigung war seine Fortführung zunächst offen. Die 1993 gegründete Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz schuf eine neue organisatorische Grundlage. Zu den Gründern der Stiftung gehörten die Stadt Gera sowie MDR, ZDF und RTL.

Erfurt kam 2003 als zweiter Standort hinzu. Seit 2008 findet das Festival jährlich in beiden Städten statt. Seine Entwicklung führt damit von einer Veranstaltung für Kino- und Fernsehbeiträge zu einem breiteren Blick auf audiovisuelle Angebote. Die Stiftung bezieht Kinder auch als Reporter ein und verbindet den Festivalbetrieb mit weiteren Projekten der Film- und Medienbildung.

Kinderurteile und unterschiedliche Preise

Wie konkret die Kinderjury filmische Leistungen unterscheidet, zeigt die Ausgabe 2026. Den Preis für die beste Darstellerin erhielt Lisa Vanhemelrijck für ihre Rolle als Bianca in „Heute heißen alle Sorry“. „Mein Freund Barry“ gewann in der Kategorie Fiktion Langfilm. Neben diesen Auszeichnungen stehen Preise mit anderen Entscheidungsverfahren: Sabina Gröner erhielt für „Plitsch Platsch Forever!“ den Drehbuchpreis des MDR-Rundfunkrates, der gemeinsam mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Sorina Gajewski vergeben wurde.

Austausch über die Arbeit für Kinder

Das Fach Forum richtet sich unter anderem an Produktion, Regie, Drehbuch, Schauspiel und Medienpädagogik. Im Rückblick auf 2026 sind Veranstaltungen zu Intimität und Kinderschutz sowie zu Sound und Musik im Kinderfilm dokumentiert. Dazu kamen Treffen für Akkreditierte und Einblicke in Projekte vor ihrer Veröffentlichung. Das Talent Lab arbeitet mit ausgewählten Teilnehmenden zu Fragen wie dem Schreiben für junge Zielgruppen und dem Drehen mit Kindern.

Für 2027 sind zwei Wettbewerbe angekündigt: Film & Serie sowie Interaktives & Digitales Storytelling. Öffentliche Vorstellungen und Fachveranstaltungen haben unterschiedliche Zugangsbedingungen.