Die dresdner schmalfilmtage widmen sich seit 1997 dem analogen Film und seinen künstlerischen Möglichkeiten. Amateurfilm, unabhängiges Kino und Avantgarde gehören gleichermaßen zum Profil. Die 28. Ausgabe findet vom 14. bis 17. Januar 2027 in Dresden statt. Veranstalter ist riesa efau. Kultur Forum Dresden e. V.; die Motorenhalle und das Kulturforum an der Wachsbleichstraße 4a bilden die Festivalorte.

Filmmaterial als Ausdrucksmittel

Schmalfilm ist hier sowohl ein Aufnahmemedium als auch ein Material mit eigener Geschichte. Das Festival beschäftigt sich mit 8-mm-, Super-8- und 16-mm-Film und bezieht historische Formate und Archive ein. Persönliche Aufnahmen, experimentelle Verfahren und neu gestaltete Bilder können dabei unterschiedliche Zugänge zum bewegten Bild eröffnen. Die Verbindung zwischen Filmgeschichte und gegenwärtiger Arbeit prägt das Festival stärker als eine Bindung an ein einzelnes Genre.

Für die Ausgabe 2027 sind zwei Wettbewerbe ausgeschrieben. Der Super-8/16-mm-Wettbewerb richtet sich an auf Schmalfilm gedrehte Arbeiten. Im Found-Footage-Wettbewerb steht bereits vorhandenes Schmalfilmarchivmaterial im Mittelpunkt. Dieses kann im Bild oder Ton bearbeitet und auch neu vertont werden. Die Kategorien unterscheiden damit die Herstellung neuer Aufnahmen von der Weiterverarbeitung vorhandenen Materials.

Einreichung bis Ende Oktober

Die Filmannahme für 2027 läuft vom 1. August bis zum 31. Oktober 2026 über FilmFreeway. Pro Einreichung werden in beiden Kategorien fünf Euro berechnet. Für den Super-8/16-mm-Wettbewerb verlangt die Kategorienbeschreibung eine Laufzeit unter 20 Minuten; im Found-Footage-Wettbewerb sind höchstens 20 Minuten angegeben. Die Arbeiten sollen innerhalb der letzten zwei Jahre entstanden sein.

Analoge Projektion wird bevorzugt, eine digitale Vorführung ist ebenfalls möglich. Bei einem Versand der Filmkopie trägt das Filmteam die Kosten für den Hinweg; das Festival übernimmt den Rückversand per Standardpost. Die Ausschreibung mit beiden Kategorien führt die Anforderungen und die Einreichmöglichkeiten zusammen.

Praktische Arbeit mit Filmchemie

Zum Festival gehört am 15. und 16. Januar 2027 der englischsprachige Workshop „ColorBending“. Alexandra Moralesová und Georgy Bagdasarov von Labodoble aus Prag arbeiten mit den Teilnehmenden an Farbverschiebungen und filmchemischen Verfahren. Die Ergebnisse werden am 17. Januar präsentiert. Der Workshopbeitrag beträgt 80 Euro beziehungsweise ermäßigt 60 Euro einschließlich Material. Er betrifft die praktische Teilnahme und wird getrennt von den fünf Euro für eine Wettbewerbsfilmeinreichung erhoben.