Das Queerfilmfest Kassel zeigt internationale Filme über queere Lebensweisen und verbindet sie mit lokaler Kultur und Begegnung. Austragungsort sind die BALi Kinos im Kulturbahnhof. Hinter dem Festival steht der Queerfilmfest Kassel e. V. Die erste Ausgabe fand am 25. und 26. Mai 2024 statt; 2025 folgte ein dreitägiges Festival. Neben längeren Spiel- und Dokumentarfilmen gehören Kurzfilmprogramme, Gespräche und künstlerische Beiträge zum Konzept. Das Publikum kann so zwischen verschiedenen filmischen Formen wechseln und anschließend über die Arbeiten ins Gespräch kommen.

Kino, Gespräche und queere Kultur

Die dritte Ausgabe vom 22. bis 24. Mai 2026 verband aktuelle Arbeiten mit älteren Filmen. Zu sehen waren unter anderem Queer Me, Orlando, Bixa Travesty, Flee und Days. Für Polyester war eine Vorführung mit Odorama angekündigt. Zu Satanische Sau sah das Programm ein Gespräch mit Armin Dallapiccola vor. Die Auswahl reichte damit von dokumentarischen Porträts über Animation bis zu unterschiedlichen Formen des Spielfilms.

Die Kurzfilmblöcke bündelten Arbeiten zu Leben und Überleben, Transition sowie selbstorganisiertem Filmschaffen. Einen örtlichen historischen Bezug stellte Rosa Seifenblasen her: Das Kasseler queere Fernsehprojekt aus den 1990er-Jahren wurde mit einem Gespräch mit Christof Ahrendt verbunden. Ergänzend beschäftigte sich die Ausstellung For The Record mit den Jahren 1996 und 2026. Das vollständige Programm ist über die Festivalwebsite zugänglich.

Als Plauderbecken waren offene Gesprächsrunden nach fast jeder Filmvorführung vorgesehen. Hinzu kamen eine Dragshow mit Samt und Seuche, Karaoke, ein Community-Brunch, eine Comiclesung und ein Markt der Möglichkeiten. Der Austausch beschränkte sich dadurch nicht auf moderierte Filmgespräche, sondern erhielt auch im Begleitprogramm eigene Räume.

Kurzfilme und weitere Beteiligung

Der Kurzfilmaufruf für 2026 richtete sich an Arbeiten mit queeren Perspektiven, unabhängig von Genre, Produktionsjahr und Machart. Die Filme mussten kürzer als 30 Minuten sein. Besonders angesprochen waren auch kleinere Produktionen, BIPoC und Menschen mit Behinderungen. Die Frist endete am 15. Februar 2026. Auf der Seite der Aufrufe veröffentlicht das Team außerdem Möglichkeiten zur künstlerischen Mitwirkung. Die monatliche Kinoreihe BaliQueer ergänzt das Angebot der BALi Kinos; sie ist eine eigene Reihe neben dem Festival.