Das Filmfest Bremen verbindet Filme aus der Region mit internationalen Produktionen. Humor, Satire und ungewöhnliche filmische Formen prägen Teile seines Wettbewerbsprofils. Daneben bleibt die Arbeit von Filmschaffenden aus Bremen und dem Umland ein eigener Bezugspunkt. In den internationalen Wettbewerben stehen komische Stoffe neben Arbeiten, die mit Erzählweise, Bildgestaltung oder Technik experimentieren.

Ein Festival beginnt mit einem Tag

Die erste Ausgabe wurde 2015 von Ilona Rieke vom Filmbüro Bremen und Matthias Greving von Kinescope Film initiiert. Zunächst ging es um ein 24-stündiges Programm mit lokalen Filmen im CinemaxX am Breitenweg. Aus diesem Tag entwickelte sich ein mehrtägiges Festival in mehreren Bremer Kinos.

In den folgenden Jahren kamen weitere Festivaltage und Filmkunstkinos hinzu. Mit der vierten Ausgabe öffnete sich das Programm stärker international. Die Schwerpunkte Humor und Satire sowie Innovation boten dabei erkennbare Auswahlrichtungen. Der regionale Blick verschwand dadurch nicht, sondern wurde Teil eines größeren Programms.

Unterschiedliche Wege zum fertigen Film

Zum Festivalumfeld gehören auch besondere Kurzfilmformate. Bei KLAPPE entsteht innerhalb von 48 Stunden ein neuer Kurzfilm. „Super 8 Expanded“ verbindet dagegen Stummfilm mit Live-Musik, gesprochenem Wort und Performance. Beide Formate ergänzen das Kinoprogramm um eigene Produktions- oder Aufführungsbedingungen.

Für die reguläre Programmauswahl beschreibt das Festival ein Sichtungsverfahren mit mindestens zwei unabhängigen Personen pro eingereichtem Film. Die anschließende Auswahl ist eine kuratorische Entscheidung. Dass ein Film die formalen Voraussetzungen erfüllt, bedeutet deshalb noch keine Zusage für einen Programmplatz. Auch innerhalb der regulären Auswahl unterscheiden sich die Einreichwege: Für Kurzfilme gelten teilweise andere Fristen als für Langfilme und regionale Arbeiten.

Wettbewerb und persönliche Ehrung

Neben den Filmwettbewerben stehen Ehrungen von Persönlichkeiten. 2026 erhielt Vanessa Redgrave den Bremer Filmpreis; Jason Isaacs wurde mit dem Momentum Award ausgezeichnet. Diese Ehrungen würdigen Personen und sind von Preisen für einzelne Wettbewerbsfilme zu unterscheiden. Zum Bremer Filmpreis gehört auch die Beschäftigung mit dem Werk der geehrten Person in einer Retrospektive.

Für Schauspielende bietet das begleitende Branchenprogramm auch einen Zugang zur Arbeit am Set. 2026 war etwa ein Workshop zum inklusiven Drehen anhand des Films „LUISA“ angekündigt. Das Team wollte dort Erfahrungen aus Entwicklung, Dreharbeiten und Auswertung eines Films mit Darstellenden mit und ohne Behinderung vorstellen. Der Programmpunkt richtete sich an Akkreditierte und erforderte eine Anmeldung.

Weitere Angebote 2026 waren kurze Kennenlerngespräche für Filmschaffende und ein Workshop zum Pitchen von Projekten. Öffentlich zugängliche Veranstaltungen standen neben Terminen für das akkreditierte Fachpublikum. Die Filmfest-Lounge und gemeinsame Mittagessen ergänzten die fachlichen Programmpunkte um informellen Austausch.