Das Randfilmfest in Kassel beschäftigt sich mit Filmen, die im üblichen Kinoprogramm wenig Platz finden. Der veranstaltende Randfilm e.V. zeigt neue Arbeiten ebenso wie vergessene, selten aufgeführte oder zeitweise zensierte Filme. Der Name beschreibt damit eine kuratorische Perspektive: Gesucht werden Werke, die vertraute Sehgewohnheiten stören oder aus dem Blick geraten sind. Horror, experimentelle Formen und Filmgeschichte erhalten dabei eigene Programmplätze.

Genrekino und Filmgeschichte

Ein Blick in das Programmheft von 2017 zeigt, wie das Festival seine Auswahl historisch einordnet. Die vierte Ausgabe beschäftigte sich mit filmischen Untergangsvorstellungen und der politischen Bedeutung des Genrekinos. Ältere Filme wurden dabei neben gesellschaftlichen Fragen ihrer Entstehungszeit betrachtet. Für Besucher entsteht ein Zusammenhang zwischen den Bildern auf der Leinwand und den Ängsten, Konflikten oder Erwartungen, die ein Film verarbeitet.

2026 gliederte sich das Programm unter anderem in die Reihen „Artcore“, „Curses & Hexes“ und „Mad Stop Motion“. Daneben standen die beiden Rand-Award-Bereiche und ein Rahmenprogramm mit Gesprächen und Konzerten. Diese Gliederung unterscheidet thematische Zusammenstellungen von den Filmen, die für einen Preis ausgewählt wurden.

Eigene Auswahl für lange und kurze Arbeiten

Langfilme und Kurzfilme werden von getrennten Teams ausgewählt. 2026 ging der Rand Award an „Anything That Moves“ von Alex Phillips. Den Rand Award Shorts erhielt „Krampus“ von Florian Ecker. Beide Auszeichnungen gehören zur dreizehnten Ausgabe, die im BALi, in der Kubatur und im Film-Shop in Kassel stattfand. Die unterschiedlichen Spielorte verbinden das Festival mit der örtlichen Kinokultur.

Im Programm derselben Ausgabe stand außerdem „Mārama“ von Taratoa Stappard, ein 89-minütiger Film aus Neuseeland. Neben den Vorführungen wurde ein Workshop zur Cut-Out-Animation mit Petra Stipetić angeboten. Solche Werkstattangebote eröffnen einen anderen Blick auf Film: Die Gestaltung einer Bewegung oder einer Szene wird als praktische Arbeit erfahrbar.

Ein Verein als Ausgangspunkt

Hinter dem Festival steht Randfilm e.V. mit seinem Bezug zum Kasseler Film-Shop. Das Team übernimmt Auswahl, Organisation und Vermittlung. Die Ausschreibung für kurze Arbeiten 2026 nannte drei bis 35 Minuten und verlangte keine Premiere. Dass im Langfilmprogramm auch deutlich längere Filme liefen, hebt diese Grenze des Kurzfilmaufrufs nicht auf. Die 13. Ausgabe lief vom 24. bis 27. September 2026.