Bei den Bamberger Kurzfilmtagen steht selten ein Film allein auf dem Programm: Mehrere kurze Arbeiten bilden eine „Rolle“, eine zusammengestellte Vorführung von meist 80 bis 90 Minuten. Das Festival zeigt Spielfilme, Dokumentarfilme, Animation und experimentelle Arbeiten. Neben den Kinoprogrammen gehört der Kurzfilmklub dazu, in dem Publikum und Filmschaffende den Abend gemeinsam ausklingen lassen können.

Aus studentischen Filmclubs entstanden

Die erste Ausgabe fand 1991 statt. Am Anfang stand die Zusammenarbeit der studentischen Filmclubs Filmriss, 8½ und AStA. Sie interessierten sich für kurze Arbeiten, die im üblichen Kinoprogramm wenig Platz fanden. Kontakte zu Filmhochschulen in Deutschland und Österreich halfen, die ersten Programme zusammenzustellen. Der Jubiläumsrückblick zur 30. Ausgabe beschreibt diese Anfänge als gemeinsames Projekt der örtlichen Filmclubs.

Heute trägt der gemeinnützige Verein Bamberger Kurzfilmtage das Festival. Zum Programm gehören auch Veranstaltungen außerhalb der Kinos. 2026 gab es etwa ein kostenloses Kinderprogramm in der Stadtbücherei und eine Best-of-Vorführung in der Kulturfabrik KuFa. Diese Angebote ergänzten die regulären Filmrollen um eigene Spielorte und Besuchsmöglichkeiten.

Filmauswahl und Schokoladen-Zentauren

Nur ein Teil der gezeigten Filme läuft im Wettbewerb. Weitere Arbeiten finden in thematischen Programmen Platz. Unter dem Namen Animex verbindet das Festival Animation und experimentellen Film; in anderen Rollen stehen fiktionale, dokumentarische und animierte Arbeiten auch nebeneinander. Ein Kinoticket gilt jeweils für die gesamte Rolle.

Über die sieben Preise entscheiden unterschiedliche Gremien und das Publikum. Die Fachjury setzt sich aus Filmschaffenden zusammen, die Regionaljury aus kulturell tätigen Menschen mit Bezug zu Franken. Hinzu kommt die Jugendjury. Die zugehörige Trophäe ist der Bamberger Zentaur aus Schokolade. So gehört zum Preis eine eigens für das Festival gestaltete, essbare Figur.

2026 gewann „Stillstand einer Welle“ von Regisseur Martin Weiss den Spielfilmpreis. Die Jugendjury zeichnete „Aus der Mitte gerissen“ von Gonca de Haas aus. Der Fränkische Filmpreis ging an „Work-Life-Balance“ von Matthias Wanka. Die Jahresliste des Veranstalters nennt daneben die ausgezeichneten Dokumentar-, Animations- und Kinderfilme sowie den Publikumspreis.

Begegnungen im Kurzfilmklub

Für den Kurzfilmklub nutzt das Festival wechselnde Leerstände in Bamberg. 2026 war ein früheres Reformhaus in der Keßlerstraße sein Standort. Dort kamen nach den Vorführungen Musik, Getränke und Gespräche zusammen. Für Teams ausgewählter Filme bietet das Festival eine Akkreditierung an. Auch andere beruflich Interessierte können sich dazu an den Veranstalter wenden.