Das Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken widmet sich frühen Arbeiten von Filmschaffenden aus dem deutschsprachigen Raum. Im Mittelpunkt stehen Filme, deren Regie noch am Anfang einer Laufbahn mit langen Spiel- oder Dokumentarfilmen steht. Auch kurze und mittellange Filme gehören zur Auswahl. Die vier Wettbewerbe führen unterschiedliche Filmlängen zusammen und geben auch schauspielerischem Nachwuchs einen eigenen Platz.

Ein Festival für frühe Arbeiten

Die erste Ausgabe fand 1980 statt. Michael Beckert, Wilfried Dittmar und Albrecht Stuby gehörten zu den Gründern. Namensgeber ist der in Saarbrücken geborene Regisseur Max Ophüls. Der Name verbindet das Festival mit der Filmgeschichte seiner Stadt; die Wettbewerbe gelten gegenwärtigen Produktionen.

Was „Nachwuchs“ bedeutet, wird im jeweiligen Reglement konkretisiert. Für die Ausgabe 2027 zählt das Festival höchstens drei vollendete Langfilme einer Regieperson; Spiel- und Dokumentarfilme werden getrennt betrachtet. Ein bloßes Altersmerkmal erklärt diese Auswahl also nicht. Ebenso bezeichnet „deutschsprachig“ hier den Entwicklungs- und Produktionsraum des Films, nicht einfach die Staatsangehörigkeit aller Beteiligten oder die Originalsprache.

Filme, Gespräche und Auszeichnungen

Vier Wettbewerbe ordnen das Programm nach Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellangem Film und Kurzfilm. Ergänzende Reihen ermöglichen andere Zusammenstellungen. Dazu gehören etwa die Watchlist sowie Programme mit regionalem Bezug. Filmgespräche geben Raum, nach einer Vorführung Fragen an Beteiligte zu stellen und Entscheidungen bei Stoff, Inszenierung oder Herstellung genauer zu besprechen.

Auch schauspielerische Leistungen werden ausgezeichnet. 2026 erhielten Tommes Diallo für „CHAMPIONS UND WIR“ von Paul Hordych und Emilia Warenski für „BLEISTIFTSTRICHE“ von Alice Prosser Preise für den Schauspielnachwuchs. Die beiden Auszeichnungen rücken darstellerische Arbeit innerhalb eines Festivals in den Vordergrund, dessen Auswahl sich vor allem an frühen Regiearbeiten orientiert.

Ein Ort für Publikum und Branche

Mit MOP Industry bietet das Festival Gespräche, Workshops und beruflichen Austausch. Die MOP-Meetings richten sich gezielt an junge europäische Produktionsfirmen und Nachwuchsproduzierende. Bei dem dreitägigen Koproduktionstreffen beschäftigen sie sich mit internationalen Partnern, Finanzierungsmöglichkeiten und der weiteren Entwicklung ihrer Projekte. Gemeinsam mit dem Kuratorium Junger Deutscher Film und Producers of Germany betreibt das Festival außerdem das Forum Talentfilm. Es führt den Austausch zwischen Nachwuchs und Branche über einzelne Vorführungen hinaus.

Ein weiterer Begegnungsort ist der Festivalclub Lolas Bistro. Filmhistorische Programme und Ehrengäste ergänzen die neuen Arbeiten.