Vienna Shorts ist ein internationales Kurzfilmfestival in Wien. Im Programm treffen fiktionale und dokumentarische Arbeiten auf Animation, experimentellen Film und Musikvideos. Veranstalter ist Independent Cinema, ein Verein zur Förderung unabhängigen Filmschaffens. Das Festival richtet sich an ein Kinopublikum und bietet zugleich eigene Formate für Filmschaffende und andere Fachleute.

Kurzfilm auf Wiener Leinwänden

Die erste Ausgabe fand vom 6. bis 12. Juni 2004 statt. Von diesem frühen Jahrgang führt die Geschichte zu einem Festival, das mehrere Wiener Kinos und Kulturorte bespielt. 2026 gehörten Gartenbaukino, Stadtkino im Künstlerhaus, METRO Kinokulturhaus und Österreichisches Filmmuseum dazu. Das MuseumsQuartier ergänzte die Kinoorte unter anderem um das Festivalzentrum, Freiluftvorführungen und Ausstellungsräume.

Zum Programm 2026 gehörten außerdem Porträts der österreichischen Filmemacherin Viktoria Schmid und der britischen Regisseurin Onyeka Igwe. Solche Zusammenstellungen ermöglichen es, sich mit mehreren Arbeiten einer Person zu beschäftigen. Daneben standen aktuelle Kommentare, späte Genreprogramme und Angebote für Kinder und Jugendliche.

Vier Wettbewerbe mit eigenem Profil

Für 2027 unterscheidet das Reglement vier Wettbewerbe. Fiction & Documentary umfasst internationale fiktionale und dokumentarische Kurzfilme. Animation Avantgarde widmet sich Animation und Experimentalfilm. Hinzu kommen der österreichische Wettbewerb und der österreichische Musikvideopreis. Für die nationalen Kategorien zählen österreichische Regie oder Produktion, eine zumindest teilweise Herstellung in Österreich oder eine überwiegende Finanzierung durch österreichische Stellen.

Fachjurys entscheiden über Auszeichnungen, daneben bestehen besondere Preise und Publikumsentscheidungen. Die Hauptpreisträger werden auch durch ihnen gewidmete neu gepflanzte Bäume in Wien geehrt. Den Österreichischen Kurzfilmpreis 2026 erhielt „Bleifrei 95“ von Tina Emy Muffler und Emma Hütt. Der internationale Wettbewerb verbindet fiktionale und dokumentarische Arbeiten unter einem gemeinsamen Dach; Animation Avantgarde bildet dagegen einen eigenen kuratorischen Schwerpunkt.

Lernen und beruflicher Austausch

Das Branchenprogramm umfasst Talent Days, Veranstaltungen für akkreditierte Fachleute, ein Workshopangebot für angehende Filmkritik und soziale Begegnungsformate. Die Talent Days setzen bei laufenden Projekten an; andere Veranstaltungen richten sich an akkreditierte Fachleute aus Programmgestaltung, Produktion und Vertrieb.

Die Talent Days 2026 waren als dreitägiges Programm für Film- und Kunststudierende aus Mitteleuropa angekündigt. Neben Vorträgen und Workshops konnten ausgewählte Teilnehmende laufende Projekte mit internationalen Fachleuten besprechen. Für das Programm werden Teilnehmende ausgewählt; es verbindet die Arbeit am eigenen Projekt mit Einblicken in andere künstlerische Ansätze.

Neben den vier Wettbewerben nimmt Vienna Shorts auch Arbeiten für nicht-kompetitive Sektionen an. Dazu zählen internationale Musikvideos, Filme für Kinder und Jugendliche sowie Comedy. Filme, die bereits für einen Wettbewerb eingereicht sind, werden auch für diese weiteren Programme gesichtet.