Das Filmfest Schleswig-Holstein verbindet in Kiel Filme aus dem Land und über das Land mit unterschiedlichen Formen filmischen Erzählens. Zum Programm gehören fiktionale, dokumentarische und experimentelle Arbeiten. Veranstaltet wird es von Filmkultur Schleswig-Holstein e.V. und dem Kino in der Pumpe. Für 2027 hat das Festival zudem einen internationalen Animationsbereich ohne Wettbewerb angekündigt.

Regionale Geschichten und offene Formen

Die Wettbewerbsstruktur macht verschiedene Perspektiven auf Film sichtbar. Der Gesa-Rautenberg-Preis richtet den Blick auf fiktionale Arbeiten. Sein Name erinnert an die Mitbegründerin von Filmkultur Schleswig-Holstein. Für dokumentarische Filme kam 2026 der Kurt-Denzer-Preis hinzu. Der Dokumentarfilmpreis ergänzt das Kurt-Denzer-Stipendium zur Entwicklung neuer dokumentarischer Kurzfilme.

BLICKFANG setzt einen anderen Schwerpunkt. Hier treffen experimentelle Filme auf künstlerische Formen, die über eine gewöhnliche Kinovorführung hinausreichen können. Für 2026 kuratierten Eugenia Bakurin und Pola Rader diesen Bereich. Die Verbindung zu bildender Kunst und Performance gibt dem Programm ein anderes Auswahlprofil als einem Wettbewerb für erzählerische Spielfilme.

Juryentscheidung und Publikumswahl

2026 gehörten Hanna Plaß, Nico Dinkel und Felix Arnold zur Hauptjury. Daneben hatte BLICKFANG eine eigene Jury. Zum BLICKFANG-Gremium gehörten Ann Carolin Renninger, Sönke Kniphals und Lili Hartwig. Die beiden Gremien teilten sich damit die Bewertung der unterschiedlichen Programmformen.

Beim Kurzfilm-Publikumspreis entscheidet dagegen das Publikum. Für die Kurzfilmnacht 2026 war eine digitale Abstimmung vorgesehen. Das Programm wurde außerdem in weitere Kinos Schleswig-Holsteins übertragen, deren Stimmen in die Wahl eingingen. So bezog die gemeinsame Abstimmung auch Kinogäste außerhalb des Kieler Hauptspielorts ein.

Filmvermittlung und regionale Kunst

Die 30. Ausgabe 2026 verband Vorführungen unter anderem mit einer Masterclass von Jan Soldat und einem Kinderangebot gemeinsam mit dem Offenen Kanal Kiel. Die Angebote richteten sich an unterschiedliche Erfahrungsstufen: an Filmschaffende ebenso wie an Kinder, die das Medium zunächst praktisch kennenlernen.

Die Gestaltung der Preise knüpft ebenfalls an Künstler aus der Region an. Jo Kley entwarf die Trophäen für den Gesa-Rautenberg-Preis und die Publikumswahl, Katharina Linke die Auszeichnung für BLICKFANG. Der Gesa-Rautenberg-Preis wird seit 2019 vergeben.