DOK Leipzig ist ein Festival für Dokumentar- und Animationsfilm. Seine Wettbewerbe und kuratierten Programme bringen unterschiedliche Formen des Erzählens zusammen: beobachtende Dokumentarfilme, Animationen und Arbeiten zwischen diesen Formen. Hinzu kommen immersive Projekte bei DOK Neuland sowie Angebote für die Filmbranche. Veranstaltet wird das Festival von der Leipziger Dok-Filmwochen GmbH, deren Gesellschafterin die Stadt Leipzig ist.

Eine Geschichte mit politischen Brüchen

Der Anfang liegt im Jahr 1955, als in Leipzig eine Kultur- und Dokumentarfilmwoche entstand. Die Geschichte verlief nicht ohne Unterbrechung: Von 1957 bis 1959 fand das Festival nicht statt. 1960 wurde es als internationale Veranstaltung wieder aufgenommen. Die Taube wurde 1962 zum Festivalzeichen. Während der DDR-Zeit stand der internationale Austausch immer auch im Zusammenhang mit staatlicher Kulturpolitik und ihren Grenzen.

Nach 1990 veränderten sich Organisation und Programm weiter. 1991 entstand die Leipziger Dok-Filmwochen GmbH. 1995 erhielt der Animationsfilm einen eigenen Wettbewerb. Die Festivalchronik nennt 2005 als Beginn von DOK Industry und 2015 als Start von DOK Neuland. Damit wuchs neben dem Kinoprogramm ein Bereich für beruflichen Austausch und für Arbeiten, deren Präsentation über die Leinwand hinausgeht.

Preise nach Form und Verfahren

Goldene und Silberne Tauben werden in unterschiedlichen Kategorien vergeben. 2025 erhielt „Peacemaker“ von Ivan Ramljak die Goldene Taube für den langen Dokumentarfilm im internationalen Wettbewerb. Bei den langen Animationsfilmen wurde „Endless Cookie“ von Seth Scriver und Peter Scriver ausgezeichnet. Im Deutschen Wettbewerb Dokumentarfilm gewann „Active Vocabulary“ von Yulia Lokshina den Langfilmpreis. Die Wettbewerbe vergeben damit getrennte Auszeichnungen für kurze und lange Arbeiten sowie für die jeweiligen filmischen Formen.

Auch das Entscheidungsverfahren ist ausgabenabhängig. Für 2026 wurde der Wechsel von einer Publikumsjury zu einer Onlineabstimmung des Publikums angekündigt. Die Deutsche Dokumentarfilmjury besteht in dieser Ausgabe aus Stefanie Eckert, David Bernet und Adele Kohout.

Film, Ausstellung und Branche

DOK Neuland ist eine kuratierte Ausstellung für immersive und interaktive Arbeiten. Ihr Einreichweg und ihre Präsentationsbedingungen unterscheiden sich vom Filmwettbewerb. Für Filmschaffende bietet DOK Leipzig außerdem den DOK Film Market: Für das Festival ausgewählte Filme können unter den veröffentlichten Voraussetzungen kostenlos aufgenommen werden; weitere Filme erhalten gegebenenfalls eine gesonderte Einladung zur kostenpflichtigen Anmeldung. Die dortige Onlinebibliothek richtet sich an Branchenvertreter, die Programme oder Vertriebskataloge zusammenstellen. Ein Kinobesuch, eine Wettbewerbsbewerbung und eine Marktteilnahme sind somit verschiedene Zugänge zum selben Festival.