Das FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern findet in Schwerin statt und bringt Spiel-, Dokumentar-, Kurz- sowie Kinder- und Jugendfilme zusammen. Sein Wettbewerbsprofil richtet sich auf Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie entsprechende Koproduktionen. Gastlandprogramme und weitere Reihen erweitern die Auswahl über diesen Wettbewerbsrahmen hinaus.

Entstehung und heutige Trägerschaft

Die Festivalinitiative entstand nach der eigenen Darstellung im Frühjahr 1990. Davon zu unterscheiden ist die Gründung der heutigen Veranstaltergesellschaft FILMLAND MV gGmbH im Jahr 2006. Das Festival und seine heutige Trägergesellschaft haben damit unterschiedliche Gründungszusammenhänge.

Eine zentrale Spielstätte ist der Filmpalast Capitol in Schwerin. Mehrere Kinosäle ermöglichen parallel unterschiedliche Reihen. Die 35. Ausgabe lief dort und an weiteren Festivalorten vom 5. bis 10. Mai 2026.

Wettbewerbe und ergänzende Reihen

Die vier Wettbewerbe setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Lange fiktionale und dokumentarische Arbeiten stehen neben Kurzfilmen; der Kinder- und Jugendfilm erhält einen eigenen Bereich. Fachjurys, eine Jugendjury und eine Publikumsentscheidung haben dabei unterschiedliche Aufgaben. Beim Spielfilm treten beispielsweise eine fachliche Bewertung und der gesonderte Publikumspreis nebeneinander.

Über die Wettbewerbe hinaus erweitert das Festival seinen Blick durch wechselnde Gastländer, Rückblicke und regionale Programme. Die Beschäftigung mit der DEFA führt in die Filmgeschichte, während „Gedreht in MV“ Arbeiten mit einem Bezug zum Bundesland zusammenstellt. Hinzu kommen Hommagen an Filmschaffende. Solche Reihen geben einem Besuch einen eigenen Schwerpunkt, auch wenn nicht alle ausgewählten Filme um einen Wettbewerbspreis antreten.

Cinefête ergänzt das Angebot um französischsprachige Filme für junge Menschen mit deutschen Untertiteln. Der Programmbereich ist seit 2015 Teil des Festivalprofils. Hier verbinden sich Filmerfahrung und die Begegnung mit einer anderen Sprache; die konkrete Auswahl und geeignete Altersgruppen müssen dem jeweiligen Programm entnommen werden.

Austausch über die Herstellung von Filmen

Die Branchentage 2026 richteten sich an Menschen aus Filmproduktion, Förderung, Kino und weiteren Bereichen der Filmwirtschaft. Angekündigt waren Diskussionen, Workshops und Begegnungen zu Arbeitsbedingungen und Veränderungen der Branche. Unterstützt wurden die Branchentage von der MV Filmförderung. Sie ergänzten das öffentliche Filmprogramm um Veranstaltungen zur beruflichen Praxis.

Zu den markanten Auszeichnungen gehören zwei verschieden ausgerichtete Ochsen: Der Fliegende Ochse ist der Hauptpreis des Spielfilmwettbewerbs, der Goldene Ochse ein Ehrenpreis. 2026 gewann „OUR GIRLS“ von Mike van Diem sowohl den Fliegenden Ochsen als auch den Publikumspreis. Den Goldenen Ochsen erhielt Armin Mueller-Stahl. Chen Emilie Yan wurde für ihre darstellerische Leistung in „STAATSSCHUTZ“ ausgezeichnet. Die Preisvergabe verbindet so die Würdigung einzelner Filme und Rollen mit dem Rückblick auf ein filmisches Lebenswerk.