Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen beschäftigen sich mit dem kurzen Film in seinen unterschiedlichen Formen. Fiktion, Dokumentarfilm, Animation und experimentelle Arbeiten finden hier ebenso Platz wie Musikvideos. Neben den Wettbewerben gehören historische und thematische Programme, ein Filmarchiv und ein nichtgewerblicher Verleih zur Arbeit des Festivals. Dadurch bleiben ausgewählte Filme auch nach der Festivalwoche für weitere Vorführungen zugänglich.

Kurzfilm als Ausgangspunkt für Veränderungen

Gegründet wurde die Veranstaltung 1954 unter dem Namen Westdeutsche Kulturfilmtage. Ein Einschnitt in ihrer Geschichte war das Oberhausener Manifest von 1962: 26 Filmschaffende, darunter Alexander Kluge, formulierten dort ihren Anspruch auf ein neues deutsches Kino. Die Unterzeichner forderten neue Produktionsbedingungen für den deutschen Spielfilm.

Die Beschäftigung mit neuen Formen setzte sich fort. Seit den späten 1980er-Jahren wurden Videoarbeiten im Wettbewerb gleichberechtigt berücksichtigt. 1999 kam der MuVi-Preis hinzu. Er richtet den Blick auf die filmische Gestaltung eines Musikvideos; die Qualität des Musikstücks allein entscheidet nicht über den Wettbewerb. Seit Januar 2025 führt Madeleine Bernstorff das Festival künstlerisch, Susannah Pollheim verantwortet die kaufmännische Leitung.

Verschiedene Wege in den Wettbewerb

Internationale, deutsche und nordrhein-westfälische Produktionen haben eigene Wettbewerbszusammenhänge. Dazu kommen der Kinder- und Jugendfilmwettbewerb und MuVi. Herkunft, Laufzeit und Premiere werden dabei je Sektion bestimmt. Eine Einreichung kann für mehrere passende Programme berücksichtigt werden. Die Einreichung erfolgt trotzdem nur einmal über den passenden Weg. So werden etwa geeignete deutsche Beiträge zusätzlich für den NRW- oder Kinder- und Jugendfilmwettbewerb gesichtet.

Ein Beispiel aus der Ausgabe 2026 ist „Opera“ von Igor Zelić, ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Stadt Oberhausen. Im MuVi-Wettbewerb desselben Jahres gehörten Jim Avignon, Nela Gluhak und Tintin Patrone zur Jury. Die Wettbewerbe verbinden damit eigenständige filmische Arbeiten mit einer Bewertung durch jeweils berufene Jurys.

Junge Zuschauer gestalten mit

Kinder- und Jugendfilme haben seit 1978 einen festen Platz im Festival. Seit 2009 arbeiten wechselnde Partnerschulen aus Oberhausen mit. Schülergruppen vergeben Preise und entwickeln gemeinsam einen Trailer. Im 2024 eingeführten „Short Takeover“ sichten Jugendliche Filme, stellen ein eigenes Programm zusammen und moderieren dessen Präsentation. Der Kinobesuch wird dadurch mit Entscheidungen darüber verbunden, welche Filme ein Publikum zu sehen bekommt.

Moderierte Schulvorstellungen, Workshops und Fortbildungen ergänzen dieses Angebot. Für Lehrkräfte und pädagogisch Tätige schafft dieses Angebot einen Zugang zur Arbeit mit Kurzfilmen. Das Archiv und der Verleih bewahren Filme über die jeweilige Ausgabe hinaus und machen sie für weitere Vorführungen verfügbar.