FILMAR en América Latina zeigt in Genf unabhängiges Kino aus Lateinamerika. Das Festival verbindet aktuelle Arbeiten mit Rückblicken auf bedeutende Filmschaffende und mit Begegnungen zwischen Gästen und Publikum. Seine 28. Ausgabe ist für den 13. bis zum 22. November 2026 angekündigt. Das vollständige Programm und der Kartenverkauf sollen am 29. Oktober starten.

Lateinamerikanisches Kino in Genf

Die Geschichte beginnt mit einem Filmclub, den Studierende des Genfer Institut Universitaire des Études en Développement 1985 gründeten. Daraus entstand die Association Cinéma des Trois Mondes. Seit 1999 konzentriert sich das Festival unter dem Namen FILMAR auf Lateinamerika. Seine Auswahl umfasst gesellschaftliche und politische Themen ebenso wie persönliche Geschichten und unterschiedliche filmische Formen.

Ein besonderes Augenmerk gilt Stimmen, die im internationalen Kinobetrieb weniger sichtbar sind: indigenen und afro-lateinamerikanischen Kulturen sowie queeren Lebenswelten. Vorführungen werden durch Gespräche, Podiumsrunden und Kooperationen mit Schweizer Institutionen und gemeinnützigen Organisationen ergänzt. FILMARcito bietet kurze und lange Filme für Kinder und Familien; FILMAR École arbeitet mit Schulen auch außerhalb des Festivalzeitraums.

Programm und Eröffnung 2026

Für die Ausgabe 2026 sind unter anderem HISTORIAS QUEER, CINE MÚSICA und eine Werkschau zu Teresa Sánchez angekündigt. Weitere Reihen widmen sich aktuellen filmischen Perspektiven, gesellschaftlichen Kämpfen und ersten Arbeiten neuer Talente. FILMAR dans les communes bringt Vorführungen auch in Gemeinden des Kantons Genf, vielfach bei freiem Eintritt.

Die Eröffnung am 13. November im Alhambra ist mit El deshielo von Manuela Martelli geplant. Der Film spielt 1992 in einem abgelegenen Hotel in den chilenischen Anden. Die neunjährige Inès freundet sich mit einer jungen deutschen Skifahrerin an und beginnt, den Geheimnissen der Erwachsenen nachzugehen. Die Geschichte verbindet eine kindliche Perspektive mit der gesellschaftlichen Vergangenheit des Landes.

Wettbewerbe und Preise

FOCUS SUD steht im Wettbewerb um den Publikumspreis von 4.000 Schweizer Franken. OPERA PRIMA widmet sich ersten Werken und vergibt einen ebenso hoch dotierten Preis der Jugendjury. Das Alter der Jury ist dabei von möglichen Teilnahmebedingungen für Filmschaffende zu unterscheiden.

2026 kommt der Prix Cine FILMAR hinzu. Eine Schweizer Fachjury zeichnet unter sechs Filmen eine Arbeit für ihren filmischen Blick, ihre Gestaltung und Erzählweise aus; auch dieser Preis ist mit 4.000 Franken dotiert. Zur Jury gehören Delphine Jeanneret, Celya Larré und Meret Ruggle. Die unterschiedlichen Preise machen sichtbar, dass Publikum, Nachwuchs und Fachjury jeweils eigene Perspektiven auf das Programm einbringen.