Der Prix Farel ist ein zweijährliches Dokumentarfilmfestival in Neuenburg. Es beschäftigt sich mit ethischen Entscheidungen, spirituellen Erfahrungen und Religion in der Gegenwart. Die Ausgabe 2026 findet vom 19. bis zum 22. November statt. Hauptspielstätte ist das Cinéma Rex; das Hôtel DuPeyrou ergänzt das Festival als Ort für Begegnungen und Rahmenveranstaltungen.

Von der Fernsehauszeichnung zum Filmfestival

Der Preis wurde 1967 von den reformierten Kirchen der französischsprachigen Schweiz für protestantische Fernsehsendungen gegründet. Später erweiterte sich der Blick auf andere Konfessionen, spirituelle Fragen und gesellschaftliche Themen. 2006 entstanden die internationale Festivalform und der Trägerverein Association Prix Farel.

Heute verbindet das Programm humanistische Dokumentarfilme mit Gesprächen und Vermittlungsangeboten. Es behandelt etwa Menschenwürde, demokratische Entwicklungen, Umweltfragen und das Zusammenleben verschiedener Generationen. Camille Andres leitet das Festival seit 2023. Nach einer ausgefallenen Ausgabe kehrte es 2024 mit einem erneuerten Konzept zurück und öffnete sich stärker für digitale Erzählformen.

Vier Wettbewerbsbereiche

Das Reglement 2026 unterscheidet kurze Dokumentarfilme, lange Fernsehdokumentationen, lange Kinodokumentarfilme und Webproduktionen. Für Kurzfilme gilt eine Laufzeit unter dreißig Minuten, die beiden Langfilmgruppen beginnen bei einunddreißig Minuten. Die Webkategorie richtet sich an vorrangig für Internet und soziale Medien konzipierte Arbeiten und besitzt keine feste Längengrenze.

Die Juryprämien betragen je nach Kategorie dreitausend, viertausend oder fünftausend Schweizer Franken. Hinzu kommt eine Publikumsentscheidung ohne Geldpreis. Die Ausschreibung ließ Produktionen aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Mai 2026 zu. Pro Person oder Institution waren höchstens zwei Arbeiten möglich. Die Einreichfrist endete am 31. Mai 2026.

Gespräche und Rahmenprogramm

Für 2026 sind rund dreißig Dokumentarfilme sowie Begegnungen mit ihren Autorinnen und Autoren angekündigt. Das Café Farel in der Salle de l’Académie des Hôtel DuPeyrou bietet Raum für weitere Gespräche, Bücher und eine Fotoausstellung. Die Eröffnung soll zwei Folgen der Serie Placée mit Isabelle Carré zeigen.

Die angekündigten Filme beschäftigen sich unter anderem mit Einsamkeit, künstlicher Intelligenz, Kinderschutz und religiös begründeter Gewalt. Ein Workshop zum Schreiben für YouTube ergänzt die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vermittlungsformen. Das offizielle Programm verbindet Vorführungen und Diskussionen. Für den Besuch gilt ein frei wählbarer Eintrittspreis; dieses Publikumsangebot ist von den Bedingungen der Filmeinreichung zu unterscheiden.