Let’s Doc! ist ein schweizweiter Dokumentarfilmmonat. Die vierte Ausgabe läuft vom 1. bis zum 30. November 2026 und verbindet Vorführungen mit Begegnungen und Gesprächen. Kinos, Bibliotheken, Quartierhäuser, Cafés, Museen und soziokulturelle Zentren wirken daran mit. Die Initiative stammt von der Association Ciné-Doc in Lausanne; Gründer und Leiter ist Gwennaël Bolomey.

Dokumentarfilm an vielen Orten

Das Konzept bringt Filme dorthin, wo unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Ein Ort kann einen einzelnen Filmabend organisieren oder mehrere Veranstaltungen anbieten. Neben den öffentlichen Vorführungen gibt es Vermittlungsangebote in Schulen, Einrichtungen für ältere Menschen und Gefängnissen. Die jeweiligen Zielgruppen und Zugangsbedingungen richten sich nach der Veranstaltung.

Für 2026 kündigt Let’s Doc! mehr als vierhundert Vorführungen und Begegnungen an 180 Partnerorten an. Die im Oktober veröffentlichte Auswahl beschäftigt sich unter anderem mit autoritären Entwicklungen, Gewalt und gesellschaftlicher Ungleichheit. Unterschiedliche dokumentarische Formen und persönliche Perspektiven stehen dabei nebeneinander. Gespräche mit Filmteams und weiteren Gästen erweitern die gemeinsame Filmerfahrung.

Eröffnung und Novemberprogramm

Ein besonderer Auftakt ist bereits für den 30. Oktober 2026 angekündigt: Orwell: 2+2=5 soll in Anwesenheit des haitianischen Regisseurs Raoul Peck gezeigt werden. Der Film verbindet Archivmaterial und aktuelle Aufnahmen und setzt sich mit Orwells Begriffen und gegenwärtigen politischen Entwicklungen auseinander. Weitere Vorstellungen folgen im November.

Der Eröffnungsabend und der anschließende Dokumentarfilmmonat gehören zusammen, besitzen aber unterschiedliche Termine. Für den Besuch führt die Programmsuche zu den einzelnen Vorstellungen. Dort sind Ort, Film und Veranstaltung verbunden. Das dezentrale Format ermöglicht auch Filmbegegnungen außerhalb der größeren Kinostädte.

Wie Partner am Programm mitwirken

Let’s Doc! stellt interessierten Veranstaltungsorten einen Filmkatalog und Kontakte zu Filmschaffenden und weiteren Gästen zur Verfügung. Die Partner entwickeln ihre Auswahl daraus oder bringen eigene Vorschläge ein. Ciné-Doc koordiniert die Reisen der Gäste, bewirbt das Gesamtprogramm und stellt Kommunikationsmaterial bereit.

Die Vorführrechte und die technische Umsetzung finanzieren grundsätzlich die lokalen Veranstalter. Innerhalb des verfügbaren Budgets kann Let’s Doc! Orte unterstützen, denen dafür die Mittel fehlen. Für Partner außerhalb der Kinos endete die Anmeldung zur Ausgabe 2026 am 28. September. Die Informationen für Veranstalter erläutern diesen Ablauf. Für Filmschaffende ist das Format besonders als Gelegenheit zu Gesprächen mit unterschiedlichen Publikumsgruppen interessant.