UNDERDOX ist ein Münchner Filmfestival für Dokument und Experiment. Es zeigt Dokumentar-, Essay-, Experimental- und Spielfilme sowie Arbeiten, die sich zwischen diesen Formen bewegen. Die Filmkritikerin Dunja Bialas und der Kinobetreiber Bernd Brehmer gründeten das Festival 2006 und leiten es gemeinsam. Die 21. Ausgabe fand vom 8. bis 14. Oktober 2026 statt.

Kuratierte Programme ohne Hauptwettbewerb

Für UNDERDOX steht die Machart eines Films im Mittelpunkt. Das Hauptprogramm wird als Zusammenhang verschiedener Werke entwickelt und verzichtet auf einen Wettbewerb. Herkunftsland, Bekanntheit der Regie und Laufzeit sind für sich genommen keine entscheidenden Auswahlkriterien. Kurze Arbeiten haben hier ebenso einen Platz wie ungewöhnlich lange Filme. Die Zusammenstellung soll Beziehungen zwischen den Filmen sichtbar machen und unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorführung im Originalformat. Das Festival zeigt digitale Arbeiten ebenso wie 16- und 35-Millimeter-Filme. 2026 gehörte etwa Ted Fendts „Auslandsreise“ mit einer 16-Millimeter-Kopie zum Programm. Der österreichische Experimentalfilmer Norbert Pfaffenbichler war mit „Adgin Prrx“ vertreten, einer Neumontage von John Frankenheimers „Grand Prix“. Solche Arbeiten machen den Umgang mit vorhandenem Filmmaterial selbst zum Gegenstand des Sehens.

Einreichung und Auswahl

Für die Ausgabe 2026 waren formlose Einreichungen bis zum 15. Juli möglich. Verlangt wurden ein Sichtungslink, eine Filmbeschreibung und eine Vita, geschickt an die Festivaladresse. Das veröffentlichte Profil enthält keine pauschale Begrenzung auf ein bestimmtes Produktionsland oder eine feste Laufzeit. Die Programmierung erfolgt als Münchner Erstaufführung; Filme können auch im Folgejahr ihres Erscheinens berücksichtigt werden.

UNDERDOX beschreibt seine Auswahl als kuratorische Arbeit und sieht Sichtungen im Kino vor. Vorführvergütungen werden im Rahmen des Festivalbudgets gezahlt. Diese Vergütung für ausgewählte Filme ist von möglichen Kosten einer Bewerbung zu unterscheiden. Der biennale VIDEODOX-Förderpreis für Videokunst aus Bayern ist ein eigenes Format innerhalb der Arbeit des Teams.

Kinos und weitere Präsentationsformen

Zu den Spielstätten zählen das Filmmuseum München, das Werkstattkino und die Theatiner Filmkunst. Einzelne Veranstaltungen führen auch in andere Räume: 2026 war in der Villa Stuck die Expanded-Cinema-Performance „Liminal Light“ von Lichun Tseng und Robert Kroos angekündigt. Sie verband mehrere Filmprojektoren mit Live-Klang. Damit reicht das Spektrum über die klassische Filmvorführung hinaus, während das gemeinsame Erleben von Bildern und Tönen den Kern des Festivals bildet.