Die Lichtbrücke – Human Rights Filmfestival Dachau zeigt Filme über Menschenrechte, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Programm verbindet internationale Geschichten mit Fragen, die auch vor Ort diskutiert werden: Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung, Rassismus, Flucht, politische Gewalt und der Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe. Dokumentarfilme stehen dabei neben Spielfilmen und kurzen Arbeiten.

Veranstalter und Festivalort

Die Initiative geht von der Seebrücke Dachau aus. Sie arbeitet mit dem Runden Tisch gegen Rassismus Dachau und dem Demokratiebündnis Dachauer Land zusammen. Martin Modlinger ist Initiator und Co-Leiter, Filmemacher Jakob Gatzka Festivaldirektor. Die zweite Ausgabe fand vom 16. bis 19. Juli 2026 im Ludwig-Thoma-Haus statt. Schauspielerin Iris Berben übernahm die Schirmherrschaft.

Das Festival nutzt Kino als Ausgangspunkt für Begegnungen. Gespräche mit Filmschaffenden und ein Begleitprogramm ergänzen die Vorführungen. Der Ort Dachau gibt dem Thema Erinnerung eine besondere Nähe: Historische Verantwortung und gegenwärtiges Engagement werden innerhalb desselben Programms behandelt, ohne dass alle Filme denselben geografischen Schwerpunkt haben.

Filme und Gespräche

Die Ausgabe 2026 umfasste mehr als 30 internationale Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme. Zur Eröffnung stand Nürnberg auf dem Programm. Eine Deutschlandpremiere war Beth Lanes Dokumentarfilm UnBroken. Er befasst sich mit dem Überleben von sieben jüdischen Geschwistern während der nationalsozialistischen Verfolgung und mit der späteren Suche nach ihrer Familiengeschichte. Die Verbindung zum Kloster Indersdorf machte die Vorführung zugleich für die regionale Erinnerungskultur relevant.

Für Schauspielinteressierte bot der Kurzfilm Frangiboy einen weiteren Zugang: Maria Artemeva begleitet darin Frangiskos Kakoulakis, einen Schauspieler mit Trisomie 21 an den Münchner Kammerspielen, bei der Arbeit. Andere Programmpunkte beschäftigten sich mit Frauenrechten, Fluchterfahrungen und politischer Selbstbestimmung. Die Bandbreite reichte damit von persönlichen Beobachtungen bis zu internationalen Konflikten.

Menschenrechtspreis und Begleitprogramm

Die Evangelische Akademie Tutzing vergab 2026 erstmals ihren Lichtbrücke-Preis für Menschenrechte im Film. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt UnBroken von Beth Lane. Der spätere Rückblick der Akademie bestätigt die Preisvergabe bei der Deutschlandpremiere am 17. Juli.

Das Begleitprogramm griff die Themen jenseits der Leinwand auf. Dazu gehörten eine Vorstellung regionaler Befunde zur Demokratie, eine Lesung von Florian Göttler aus seinen Dachau-Romanen und ein Beitrag der studentischen Umweltrechtsinitiative Roots. Die Veranstaltungen führten filmische Perspektiven, historische Forschung und praktische gesellschaftliche Arbeit zusammen. Für das Publikum lagen die Vorführungen und Gespräche an einem zentralen Festivalort in der Augsburger Straße 23.