cellu l’art ist ein Kurzfilmfestival und ein ehrenamtlich getragenes Filmprojekt aus Jena. Aus einer studentischen Initiative entstand ein Verein, der internationale kurze Filme in die Stadt und die Region bringt. Zum Profil gehören Wettbewerbsprogramme, Länderschwerpunkte, Filmgespräche und thematische Abende. Die auf der Festivalwebsite dokumentierte 23. Ausgabe fand vom 2. bis 7. Mai 2023 statt.

Vom studentischen Projekt zum internationalen Kurzfilm

Die Initiative begann 1999 unter Jenaer Medienwissenschaftsstudierenden. Zunächst sollten filmische Seminararbeiten öffentlich gezeigt werden; im Januar 2000 folgte die erste Kurzfilmnacht. Der daraus hervorgegangene Verein entwickelte ein umfangreicheres Programm mit internationalen Arbeiten. Heute trägt er den Namen cellu l’art Festival Jena e.V. Seine Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich, viele kommen aus dem studentischen Umfeld.

Seit 2004 ergänzt ein Länderschwerpunkt die internationale Auswahl. Frühere Programme beschäftigten sich unter anderem mit Filmkulturen aus Dänemark, Indien, Brasilien und Iran. Für 2023 standen historische und zeitgenössische Animationsfilme aus Estland im Mittelpunkt. Als Kinos gehören der Schillerhof in Wenigenjena und das Kino am Markt zur Festivalgeschichte. Workshops, Masterclasses und eine abschließende Vorführung ausgezeichneter Filme erweiterten die Kinoprogramme.

Filmabende über die Festivalwoche hinaus

Der Verein kuratiert außerdem Veranstaltungen mit lokalen und regionalen Partnern. Beim „Strandflimmern“ am 30. August 2024 wurden am Saalestrand im Jenaer Paradies Kurzfilme über Tiere und ihre Lebenswelten gezeigt. Animation, Dokumentation, Experimentalfilm, Spielfilm und Musikvideo standen nebeneinander. Das Programm umfasste etwa „NAYA – Der Wald hat tausend Augen“, „Hybrids“ und „The Herd“. Diese Zusammenstellung machte sichtbar, wie unterschiedlich kurze Filme ein gemeinsames Thema bearbeiten können.

Eine weitere belegte Zusammenarbeit führte am 25. September 2026 nach Rudolstadt. In den Saalgärten fand im Rahmen der Interkulturellen Woche die vierte Kurzfilmnacht „Animierend animiert“ statt. Christoph Matiss, langjähriger Leiter von cellu l’art, stellte dafür internationale Animationsfilme zusammen und führte durch den Abend. Die Kooperation zeigt, dass die Arbeit des Vereins auch außerhalb Jenas ein Publikum erreicht.

Ein Profil für kurze Formen

cellu l’art verbindet die Entdeckung einzelner Filme mit dem Blick auf unterschiedliche Filmkulturen und Gestaltungsmittel. Seine Festivalarchive und Filmabende bieten Beispiele dafür, wie kurze Laufzeiten sehr verschiedene Erzählweisen ermöglichen. Das Spektrum reicht von beobachtenden Dokumentationen über fiktionale Geschichten bis zu experimentellen Bildern und Animation.