Das ZEBRA Poetry Film Festival widmet sich kurzen Filmen, die auf Gedichten beruhen. Seit 2002 bringt das Haus für Poesie dafür internationale Arbeiten nach Berlin. Animation, dokumentarische Bilder, inszenierte Szenen und experimentelle Formen stehen nebeneinander. Entscheidend ist die Verbindung von Dichtung und Film. Die Ausgabe 2026 fand vom 4. bis 7. Juni in der Kuppelhalle des silent green Kulturquartiers statt.

Gedichte in Bildern und Tönen

ZEBRA versteht Poesiefilm als eigenständige künstlerische Begegnung. Ein Gedicht kann den Rhythmus eines Films bestimmen, eine Geschichte anstoßen oder durch Bilder eine zusätzliche Bedeutung erhalten. Das Programm zeigt unterschiedliche Wege dieser Übersetzung. Neben dem internationalen Wettbewerb kuratiert das Festival thematische Reihen und lädt andere Poesiefilmveranstaltungen mit eigenen Auswahlen ein.

2026 beschäftigten sich solche Programme mit Trauer, Verbindungen und Mythen. Das argentinische Festival VideoBardo war mit einem Gastprogramm vertreten. Zebrino richtet sich an Kinder und Jugendliche und verbindet Filmvorstellungen mit poetischer Bildung. Dazu gehören Workshops und die Beteiligung junger Menschen an der Auswahl von Auszeichnungen.

Wettbewerb und Auszeichnungen

Für den Wettbewerb 2026 waren ab dem 1. Januar 2024 produzierte Poesiefilme bis zwölf Minuten zugelassen. Alle Sprachen konnten vertreten sein. Der Aufruf lief vom 1. Dezember 2025 bis zum 1. Februar 2026 über FilmFreeway. Eine Programmkommission sichtete die Beiträge sowohl für den Wettbewerb als auch für weitere Festivalreihen. Zur Bewerbung gehörten neben dem Film eine deutsche oder englische Gedichtübersetzung mit Quellenangabe und Angaben zu den beteiligten Kunstschaffenden.

Die drei Hauptpreise waren 2026 mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Den ZEBRA-Preis gewann „Tumatawa, Umiiyake“ von Che Tagyamon. Der Ritter Sport Filmpreis ging an „En attendant les barbares“ von Georges Sifianos, der Goethe Filmpreis an „Saturday Night Blues“ von Jean Coleman. Zebrino zeichnete außerdem „Még / Still“ von Vivien Tóth aus.

Poesiefilm auch außerhalb der Festivaltage

Ausgewählte Programme reisen zu Partnerveranstaltungen und sind bei weiteren Terminen des Hauses für Poesie zu sehen. Für den 17. Dezember 2026 ist dort das Winterkino „In Bewegung“ angekündigt. Der Abend beginnt um 19:30 Uhr in der Knaackstraße 97; der Eintritt ist frei. Das Programm gehört zum bundesweiten Kurzfilmtag und verbindet Gedichte und Filme über Aufbruch, Reisen, Bewegung und Abschied. Es ist ein eigener Filmabend nach dem Hauptfestival im Juni.