dokumentART – Europäisches Filmfestival zeigt in Neubrandenburg Filme, die gesellschaftliche Gegenwart und Zukunft untersuchen. Dokumentarische Arbeiten stehen dabei neben Fiktion, Animation und Mischformen. Der Verein Latücht Film & Medien gründete das Festival 1992. Die 32. Ausgabe fand vom 6. bis 11. Oktober 2026 statt; geleitet wurde sie von Magda Jaroszewicz und Lisa Siomicheva.

Europäische Perspektiven und Begegnungen

Im Mittelpunkt steht der europäische Kurzfilmwettbewerb. Seine Programme verbinden Fragen nach Gemeinschaft, Demokratie, Arbeit, technologischen Veränderungen und ökologischen Herausforderungen. „Bridging Europe“ bringt Filme aus Deutschland, Polen und Frankreich miteinander ins Gespräch. Hier können auch längere Arbeiten gezeigt werden. Das Jugendprogramm „YOU:dok“ und das Entdeckerkino für Kinder und Familien erweitern das Angebot.

Zu den Spielorten gehören das Kino Latücht und das CineStar. Veranstaltungen an der Hochschule und weiteren Kulturorten öffnen das Festival zusätzlich in die Stadt. Gespräche mit Filmteams sind ein wichtiger Teil des Programms: Die Filme werden gemeinsam gesehen und anschließend in ihrem künstlerischen und gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert.

Einreichung für den Wettbewerb 2026

Der europäische Wettbewerb nahm Filme mit höchstens 30 Minuten Laufzeit auf, die am oder nach dem 1. Januar 2025 fertiggestellt wurden. Regie oder Produktionsfirma mussten in Europa ansässig sein. Englische Untertitel waren für alle Filme erforderlich. Unternehmensfilme und Musikvideos waren ausgeschlossen. Frühere Festivalvorführungen stellten dagegen keinen pauschalen Ausschlussgrund dar.

Die Einreichung über FilmFreeway begann am 25. Februar 2026. Bis zum 11. März betrug die reguläre Gebühr vier Euro, bis zum 31. März fünf Euro und in der verlängerten Phase bis zum 20. April zwölf Euro. Studierende und Gold-Mitglieder zahlten in diesen Phasen zwei, drei beziehungsweise sechs Euro. Von ausgewählten Teams wurde die Teilnahme mindestens eines Mitglieds erwartet. Für Anreisen innerhalb Europas sah das Festival eine teilweise Reisekostenübernahme und zwei bis drei Übernachtungen vor.

Auszeichnungen und junges Publikum

2026 erhielt „The Recce“ von Daniel Mann den mit 5.000 Euro dotierten Latücht-Preis. Der Preis der Stadt Neubrandenburg über 2.000 Euro ging an „Warnings to the Distant Future“ von Stefanie Schroeder. Das Publikum zeichnete „Eternity and a Day“ von Dominika Tarinova mit dem NDR-Publikumspreis aus. Zusätzlich entschieden eine internationale YOU:dok-Jury und Jugendliche der Justizvollzugsanstalt Neustrelitz über eigene Auszeichnungen. Damit werden unterschiedliche Zuschauerperspektiven im Festival sichtbar.