Yesh! – Neues aus der jüdischen Filmwelt bringt in Zürich Filme und Gespräche über jüdisches Leben zusammen. Das Festival richtet sich ausdrücklich an Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Identitäten. Dramatische, dokumentarische und humorvolle Arbeiten eröffnen verschiedene Zugänge zu Geschichte und Gegenwart. Die nächste Ausgabe ist für den 3. bis 10. Juni 2027 angekündigt. Als Kinos nennt das Festival Houdini, Riffraff und Arthouse Le Paris.

Unterschiedliche Perspektiven auf jüdisches Leben

Zum thematischen Spektrum gehören die israelische Gesellschaft, das Zusammenleben mit der palästinensischen Bevölkerung und jüdische Erfahrungen in der Diaspora. Auch Antisemitismus und die Folgen des Kriegs in Gaza beschäftigen das Programm. Die Veranstalter verbinden die Vorführungen mit Gesprächen, um unterschiedliche Sichtweisen einzuordnen und Raum für Auseinandersetzung zu schaffen. Gäste aus dem Filmschaffen und Fachleute vertiefen dabei die Themen der gezeigten Arbeiten.

Direktor ist Michel Rappaport. Gemeinsam mit Tami Berkovits und Muriel Spitzer bildet er das Leitungsteam; weitere Beteiligte arbeiten an Filmauswahl, Rahmenprogramm und Gästebetreuung mit. Lanciert wurde Yesh! von Seret – Kino aus der jüdischen Welt und der Evi & Sigi Feigel Loge. Der Name ist ein hebräischer Ausdruck der Freude und lässt sich sinngemäß mit „toll“ oder „geschafft“ wiedergeben.

Publikum und Filmgespräche

Der Rückblick auf 2026 zeigt, wie unterschiedlich die Resonanz im Publikum ausfallen kann: „Bad Shabbos“, „The Sea“ und „Pink Lady“ gehörten zu den besonders häufig gewählten Filmen. Das Festival veröffentlicht dazu eine Publikumsabstimmung. Neben dieser Beteiligung prägen die Gespräche im Anschluss an Filme den Besuch. Sie ergänzen das gemeinsame Seherlebnis um Fragen an die eingeladenen Filmschaffenden und um Hintergründe zu den jeweiligen Arbeiten.

Filme für Schulklassen

Ein eigener Teil der Vermittlungsarbeit entsteht in Kooperation mit der Fachstelle Schule & Kultur der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Schulvorstellungen sollen Kinder und Jugendliche an Themen aus jüdischen Lebenswelten heranführen und die kritische Beschäftigung mit Informationen unterstützen. 2026 gehörten „Das geheime Stockwerk“ und „Das Unwort“ zu diesem Angebot. Die Auswahl für Schulen steht damit neben dem öffentlichen Kinoprogramm und richtet sich gezielt an ein jüngeres Publikum.